RSS Montag, 20. Mai 2013

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Das Beispiel Luftfracht

Fazit

Abbildungen + Diagramme
Infografik

Anzahl Seiten: 2
Anzahl Zeichen: 7.526
Anzahl Worte: 839
Preis: 6,00 €

Marktforschung

Prognosemärkte im Test

Von Björn Becker, Robert Rieg und Ramona Schoder

Die Entwicklung von Märkten lässt sich oft nur schwer vorhersagen. Ein vielversprechender Ansatz ist, die Weisheit der vielen zu nutzen. Wie das erfolgreich funktioniert, zeigt ein Feldversuch bei Lufthansa Cargo.

Jedes Unternehmen ist auf möglichst verlässliche Prognosen zum Geschäftsverlauf angewiesen. Nur so können Manager den Einkauf steuern, Produktionskapazitäten planen und Marketingaktionen starten. Doch fast immer ist es schwierig, beispielsweise die Nachfrage nach Produkten zuverlässig vorherzusagen. Einfach nur die Zahlen aus der Vergangenheit fortzuschreiben, wie in vielen Firmen üblich, funktioniert nicht in einer Welt, die sich immer schneller verändert - durch Wirtschaftskrisen, politische Umbrüche oder revolutionäre Innovationen.

Daher experimentiert eine Reihe von Firmen mit Prognosemärkten. Auf ihnen handeln die Teilnehmer mit einer Art Wertpapier, das für künftige Ereignisse steht - etwa dass der Ölpreis in den kommenden Monaten um 5, 10 oder 15 Prozent steigt. Wer die mittlere Prognose für realistisch hält, kauft die entsprechende Aktie, deren Kurs daraufhin steigt; andere Papiere stößt er ab, deren Kurs sinkt. Der Vorteil: Die Teilnehmer - Mitarbeiter, Zulieferer, Kunden - bringen so ungefiltert ihre Erwartungen ein; sie geben seltener als in klassischen Umfragen sozial erwünschte Antworten. Auch implizites Wissen wird genutzt, das sich sonst nur schwer erschließen lässt. Zudem gehen neue Informationen und Erwartungen kontinuierlich ein.

Mittlerweile sind Prognosemärkte ein etablierter Weg, die Weisheit der vielen anzuzapfen. Sie werden heute genutzt, um den Ausgang von Wahlen, den Erfolg von Kinofilmen oder wie beim Informationstechnikkonzern Hewlett-Packard die Absatzentwicklung von Druckern vorherzusagen.

Das Beispiel Luftfracht

Angesichts der vielversprechenden Ansätze haben wir ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Verbundprojekt gestartet, um zu untersuchen, wie genau Prognosemärkte langfristig sind und welche Faktoren ihre Zuverlässigkeit beeinflussen (siehe Kasten "Vier Empfehlungen" ). Dabei arbeiten wir unter anderem mit Lufthansa Cargo zusammen und versuchen, die Entwicklung der Luftfracht abzuschätzen. Das Problem: Bisher liefert der Branchenverband International Air Transport Association (IATA) erst im Folgemonat entsprechende Daten. Die Fluggesellschaften sind daher auf Prognosen angewiesen. Je genauer diese sind, desto besser lassen sich Flugzeuge, Umschlagterminals und Lkw als Zubringer und Verteiler auslasten. Mehr als anderthalb Jahre nach dem Projektstart zeigt sich: Bereits eine einfache Variante eines Prognosemarktes liefert recht zuverlässige Daten.

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