RSS Sonntag, 26. Mai 2013

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Führung

Die Mitarbeiter glücklich machen

Von Gretchen Spreitzer und Christine Porath

Wer seinen Mitarbeitern hilft zu lernen und sich persönlich zu entwickeln, erntet als Dank mehr Leistung, größeres Engagement und eine bessere Stimmung. Eine Anleitung für Führungskräfte.

Wenn es der Wirtschaft schlecht geht und jeder froh über seinen Job ist, scheint für Gedanken, ob die eigenen Mitarbeiter glücklich sind, nicht unbedingt der richtige Zeitpunkt zu sein. In unseren Untersuchungen über die Ursachen beständig hoher Leistung bei Mitarbeitern haben wir allerdings gute Gründe gefunden, dennoch darüber nachzudenken: Langfristig leisten glückliche Mitarbeiter mehr als unglückliche. Sie erscheinen regelmäßig zur Arbeit, kündigen seltener, zeigen mehr Einsatz und ziehen Leute an, die genauso engagiert in ihrem Job sind. Sie sind keine Sprinter, sondern Marathonläufer, die konstant und langfristig gute Arbeit leisten.

Was fehlt also zum Glück im Job? Es geht nicht um Zufriedenheit im Sinne von Selbstgefälligkeit oder Bequemlichkeit. Als wir und unsere Forschungspartner vom Center for Positive Organizational Scholarship der Ross School of Business erstmals die Faktoren untersuchten, die für die nachhaltige Leistung Einzelner und des Unternehmens eine Rolle spielen, kamen wir auf ein besseres Wort: Entfaltung. Wir verstehen darunter eine Belegschaft, in der die Mitarbeiter nicht nur zufrieden und produktiv sind, sondern in der sie auch die Zukunft mitformen - die des Unternehmens und die eigene. Diese Mitarbeiter sind anderen Angestellten weit überlegen. Sie sind höchst energiegeladen und wissen sich dennoch geschickt vor einem Burn-out zu schützen.

Über Branchen und Berufe hinweg haben wir festgestellt, dass Personen, die unserer Beschreibung von Mitarbeitern mit großen Entfaltungsmöglichkeiten entsprechen, eine um 16 Prozent bessere Gesamtleis-tung erbrachten (laut Aussage ihrer Vorgesetzten) und 125 Prozent seltener an Burn-out litten (Selbstauskunft) als vergleichbare Gruppen. Sie setzten sich um 32 Prozent intensiver für das Unternehmen ein und waren 46 Prozent zufriedener im Job. Sie fehlten weniger häufig an ihrem Arbeitsplatz und gingen seltener zum Arzt. Die Folge: geringere Kosten für Gesundheitsvorsorge und weniger Fehlzeiten im Unternehmen (siehe Kasten "So haben wir geforscht") .

Wir haben zwei Komponenten für die Entfaltung von Mitarbeitern identifiziert. Die erste ist Vitalität beziehungsweise Lebensfreude: das Gefühl, lebendig, leidenschaftlich und begeistert zu sein. Vitale Mitarbeiter versprühen Energie und stecken andere damit an. Unternehmen schaffen einen Nährboden für diese Art von Vitalität, indem sie Mitarbeitern das Gefühl geben, deren tägliche Arbeit bewirke etwas.

Die zweite Komponente ist Lernen: Damit ist die persönliche Entwicklung gemeint, die durch neues Wissen und neue Fähigkeiten entsteht. Lernen kann jemandem zu einem technischen Vorteil verhelfen und ihm einen Status als Experte verleihen. Lernen kann auch einen positiven Kreislauf in Gang setzen. Menschen, denen es gelingt, ihre Fähigkeiten ausbauen, neigen dazu, an ihr Potenzial für ihre weitere Entwicklung zu glauben.

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