RSS Donnerstag, 23. Mai 2013

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Die sechs Kompetenzen

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Im Ausland ist man weiter

Fazit

Kompakt

Die Probleme der Online-märkte

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Infografik
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Online-Vertrieb

Kartoffeln aus dem Netz

Von Ingmar P. Brunken

Warum kaufen die Deutschen keine Lebensmittel im Internet? Selbst etablierte Anbieter wie Rewe, Edeka und Amazon tun sich hierzulande schwer, während in England und in der Schweiz der Online-Handel mit Waren des täglichen Bedarfs boomt. Eine internationale Analyse erklärt die Ursachen des Misserfolgs in Deutschland und zeigt, was anderswo besser läuft.

Amazon verkauft Lebensmittel - Essbares frei Haus", titelte die "Süddeutsche Zeitung" am 1. Juli 2010. Damit schien der Startschuss für den deutschen Online-Handel mit Lebensmitteln endgültig gefallen zu sein. Die Branche war aufgescheucht; etablierte Anbieter fürchteten um ihre Marktanteile. Zu Recht, wie Beispiele aus unseren Nachbarländern zeigen: In der Schweiz hat sich der Lieferservice LeShop.ch - eine Tochter des Handelsriesen Migros - einen Online-Jahresumsatz von rund 120 Millionen Euro gesichert, mit jährlichen Steigerungsraten von rund 10 Prozent.

Das ist ein Wachstum, von dem der stationäre Lebensmittelhandel nur träumen kann. In Deutschland tut sich allerdings nicht viel. Sind die Deutschen bereits online-müde? Diese Frage lässt sich schnell beantworten: Nein, sind sie nicht. Denn während der traditionelle Offline-Einzelhandel mit einem homöopathischen Umsatzwachstum zwischen null und 2 Prozent vor sich hin kümmert, legt der Online-Handel jenseits der Lebensmittelbranche hierzulande jährlich um rund 10 Prozent zu (siehe Grafik "Wachstumstreiber Internet") .

Auch die öffentlichkeitswirksame Amazon-Offensive hat den Online-Lebensmittelverkauf nicht in die Wachstumsregionen des sonstigen Online-Handels katapultieren können. Im internationalen Vergleich trägt Deutschland sogar die rote Laterne. So ist der Online-Lebensmittelumsatz in Deutschland kaum messbar: Er liegt bei ein bis zwei Euro pro Kopf und Jahr. In Großbritannien sind es 53 Euro, in der Schweiz 15 Euro. Das ist immer noch wenig. Andererseits: Würde man den englischen Online-Anteil bei Lebensmitteln auf Deutschland umrechnen, ergäbe sich ein korrespondierender Gesamtumsatz von rund vier Milliarden Euro pro Jahr. Kein Wunder, dass die großen Lebensmittelanbieter nicht den Anschluss verpassen wollen.

Eine erste Ahnung von den Ursachen bekommt derjenige, der einmal zum Test bei Amazon.de Lebensmittel bestellt. Die Bananen, die Milch, der Müsliriegel, das Brot - je nach Lieferant kommen sie als separate Sendung. Das allein wäre noch nicht so schlimm, abgesehen von der unnötigen Verpackungsflut. Aber die Waren kommen oft auch zu unterschiedlichen Zeiten. Da addieren sich die Laufwege zur Haustür fast zu demselben Aufwand, als wenn man im kleinen Laden um die Ecke einkaufte.

Wer nicht zu Hause ist, wenn der Paketbote mit Kartoffeln und Kaffee klingelt, muss die Pakete später beim Nachbarn einsammeln oder sie - noch unpraktischer - in der nächsten Postfiliale oder Packstation abholen. Und weil jede Einzellieferung eigene Versandkosten verursacht, kommt eine Literpackung Milch schnell mal auf 5,79 Euro - mit der günstigsten Versandart geliefert nach "1 - 3 Werktagen".

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