RSS Samstag, 25. Mai 2013

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Fünf Minuten mit

Desmond Tutu

Ursprünglich wollten Sie Mediziner werden, haben sich aber aus finanziellen Gründen für ein Lehramtsstudium entschieden. Später wurden Sie Pfarrer. Haben Sie jemals überlegt, in die Wirtschaftswelt zu gehen?

TUTU Nein - ich wäre dort auch nie wirklich gut gewesen. Sobald ich etwas Geld habe, gebe ich es aus. Außerdem gab es im Südafrika meiner Jugend eine gläserne Decke, die dafür sorgte, dass Schwarze sich nicht frei entfalten konnten. Das einzige Geschäft, was man dort als Schwarzer betreiben konnte, war ein kleiner Nachbarschaftsladen - der für die großen Geschäfte in weißer Hand keine ernsthafte Konkurrenz werden konnte. Die Hautfarbe sorgte für völlig verschiedene Startpositionen. Ich glaube, dass ich auch deshalb niemals in diesen Bereich gedrängt habe: Ich wollte mich nicht unnötig frustrieren.

Es dauerte Jahrzehnte, bis das Apartheidregime stürzte. Was hat Ihnen geholfen, nicht den Mut zu verlieren?

TUTU Zurückblickend glaube ich, dass wir uns einfach nie erlaubt haben, im Selbstmitleid zu versinken. Klar wuchsen wir in einem benachteiligten Umfeld auf, aber das hat uns nicht wirklich bekümmert. Wir haben gespielt, Spaß gehabt. Wir waren nicht so politisch wie spätere Generationen. Nichtsdestotrotz kann man Menschen nicht endlos unterdrücken - denken Sie nur an Libyen. 40 Jahre hat es dort gedauert. Wieso haben sich die Menschen nicht früher umgeschaut und andere Teile Afrikas auf ihrem Weg in die Freiheit beobachtet? Es gibt in einem Paulusbrief eine wunderbare Passage, in der es sinngemäß heißt, dass die Zeit erst reif sein muss. Dinge passieren, aber sie müssen sich auch entwickeln. Es gab auch zu Zeiten der Ägypter schon Personen, die sich für Menschenrechte eingesetzt haben. Es mag so aussehen, als seien sie damit gescheitert. Aber der Schein trügt: Aus heutiger Sicht war das kein Scheitern, sondern ein erster winziger Bestandteil des Mosaiks.

Wäre die Burenrepublik schneller zu Fall gekommen, wenn es Facebook und Twitter gegeben hätte?

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