RSS Mittwoch, 19. Juni 2013

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Einzelabbildung
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Anzahl Seiten: 17
Anzahl Zeichen: 61.461
Anzahl Worte: 7.337
Preis: 6,00 €

Nachhaltigkeit

Rendite ohne Reue

Von Yvon Chouinard, Jib Ellison und Rick Ridgeway

Wer Unternehmer wird oder in Firmen investiert, will Gewinn machen. Was wäre, wenn der Erfolg dabei von der Fähigkeit abhinge, nachhaltig zu wirtschaften? Fortschritte in der Messbarkeit von externen Effekten, Nachhaltigkeitsindizes und ein Wandel in Gesellschaft und Organisationen könnten es möglich machen. Ein Plädoyer.

Niemand zweifelt mehr daran, dass nachhaltiges Wirtschaften wichtig ist. Selbst diejenigen, die eher von wirtschaftlichen als von Weltverbesserer-Motiven getrieben werden, haben erkannt, dass die Stabilität unserer Wirtschaftsordnung untrennbar mit der Existenz eines gesunden Ökosystems - frisches Wasser, saubere Luft, ertragreiche Böden und Artenreichtum in der Pflanzen- und Tierwelt - und einer gerechten Gesellschaft verbunden ist. Zum Glück brauchen nur wenige Menschen diesen gedanklichen Umweg, um sich für den Schutz unseres Planeten einzusetzen - den meisten liegt er ohnehin am Herzen.

Und dennoch: Bisher ist es uns allen nicht gelungen, den Schaden, den die Wirtschaft in der Welt anrichtet, einzudämmen. Einige bewundernswerte Unternehmen haben zwar durchaus inspirierende Initiativen auf den Weg gebracht, doch die negativen Auswirkungen unserer Art des Wirtschaftens nehmen weiterhin zu.

Einer der Hauptgründe dafür ist ziemlich eindeutig: Es ist leider immer noch günstiger, ein Produkt zu kaufen, das schlimme Folgen für die Umwelt hat, als ein gleichwertiges Produkt, das weniger Schaden anrichtet. Höhere Kosten für den Planeten schlagen sich bislang nicht in einem höheren Preis für die Kunden nieder. Das liegt natürlich auch daran, dass Unternehmen so gut wie nie für den vollen Schaden aufkommen müssen, den sie in der Welt verursachen. Weil die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen unternehmerischen Handelns bisher nicht quantifiziert oder auf gerechte Weise einzelnen Verursachern zugeordnet werden konnten, werden sie in den meisten Unternehmen bei der Kostenrechnung nicht berücksichtigt.

Wagen wir ein Gedankenspiel: Was wäre, wenn sich diese unberücksichtigten externen Kosten genau quantifizieren und zuordnen ließen? Müsste das günstigste T-Shirt dann nicht das T-Shirt sein, dessen Produktion Umwelt und Gesellschaft am wenigsten schadet? Stellen Sie sich die Auswirkungen konkret vor: In diesem Fall würden Schnäppchenjäger automatisch zu Weltverbesserern und die Kräfte des Marktes in den Dienst von Nachhaltigkeitszielen gestellt (siehe "In welcher Welt wollen wir leben?") . Zugegeben, diese Idee ist nicht neu. Im Gegenteil: Nachhaltigkeitstheoretiker predigen seit jeher davon. Das Wort "Vollkostenrechnung" ist eines der Schlagwörter ihrer Bewegung.

Unsere Unternehmen, der Outdoorausrüster Patagonia, und die Strategieberatung Blu Skye, widmen sich bereits seit Jahrzehnten intensiv dem Thema Nachhaltigkeit. Was einen wirklichen Wandel angeht, waren wir noch nie so optimistisch wie derzeit. Grund dafür sind drei Entwicklungen, die sich seit längerer Zeit anbahnen und immer deutlicher abzeichnen. Sie werden dafür sorgen, dass erfolgreiches Wirtschaften künftig geradezu zwangsläufig gleichbedeutend mit nachhaltigem Wirtschaften sein wird. Nummer eins ist der Fakt, dass künftig für viele Dinge, die bisher als selbstverständlich galten und für alle verfügbar waren, Preise berechnet werden können. Nummer zwei beschreibt die Entwicklung, dass in Unternehmen, die diese neuen Spielregeln in ihren Kostenrechnungen berücksichtigen, mehr Kapital fließt. Der dritte Treiber ist die Tatsache, dass es inzwischen Indizes gibt, die es möglich machen, auch einzelne Glieder in einer Versorgungskette auf ihre Nachhaltigkeitsstandards hin zu prüfen.

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