RSS Mittwoch, 19. Juni 2013

Inhalt Inhalt

1. Wechseln ist normal

2. Immer auf der Suche

3. Engagiert, doch untreu

4. Jobhopping zahlt sich aus

5. Was Talente bindet

Fazit

75 %

15 %

Jobsuche

Abbildungen + Diagramme
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Anzahl Seiten: 5
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Karriere

Der Loyale ist der Dumme

Von Monika Hamori, Burak Koyuncu und Thomas Graf

Jung, flexibel, selbstbewusst - deutsche Berufseinsteiger sind extrem anspruchsvoll. Werden ihre Aufstiegs- und Gehaltswünsche nicht erfüllt, wechseln sie schnell zu einem anderen Arbeitgeber. Wie Vorgesetzte und Personaler damit umgehen sollten.

Der Ruf der Generation Y ist nicht der beste: Die ab 1980 geborenen Arbeitnehmer gelten als fordernd und wenig loyal. Vor allem die gut ausgebildeten Vertreter dieser Altersgruppe erwarten, dass ihre Arbeitgeber sie unterstützen und fördern; zudem legen sie Wert auf eine in ihren Augen sinnvolle Tätigkeit.

Wir wollten herausfinden, ob und wieweit dieses Image der Generation Y gerechtfertigt ist. Wir haben daher untersucht, wie schnell qualifizierte Berufseinsteiger bereit sind, ihren Arbeitgeber zu verlassen, wenn sie ein anderes Angebot haben, wie aktiv sie nach neuen Stellen suchen, ob ihre Karriere von einem Wechsel profitiert und welche Faktoren ihre Loyalität positiv wie negativ beeinflussen. All dies sind wichtige Fragen, da die Vertreter dieser Generation in den kommenden Jahrzehnten die Belegschaften in den Unternehmen dominieren werden.

Anders als viele andere Studien, die bisher meist aus Nordamerika stammten, haben wir Ende 2009 Akademiker aus Deutschland interviewt. Insgesamt konnten wir 892 Fragebogen von Mitgliedern des Karrierenetzwerks e-fellows.net auswerten, deren Berufseinstieg jeweils zwischen 2002 und 2009 lag. Dem Netzwerk gehören rund 82 000 Oberstufenschüler, Studenten und Berufstätige an. Rund ein Viertel gelten als Toptalente, die zu den besten 10 Prozent eines akademischen Jahrgangs zählen.

60 Prozent der Teilnehmer unserer Studie waren männlich, das Durchschnittsalter lag bei 30,5 Jahren. Alle hatten mindestens sechs Monate Berufserfahrung; 83,5 Prozent verfügten über einen Master-Abschluss, 12 Prozent über eine Promotion, die übrigen über einen Bachelor-Abschluss. Zudem konnten drei Viertel internationale Erfahrung durch Studienaufenthalte oder Praktika vorweisen - insgesamt also eine für Arbeitgeber sehr attraktive Zielgruppe. Zusätzlich haben wir noch einige Berufsanfänger aus verschiedenen Branchen ausführlich interviewt, um deren Erfahrungen mit den Ergebnissen der Fragebogen zu vergleichen.

Die Erkenntnisse aus unseren Befragungen sollten die Personalverantwortlichen in den Unternehmen aufhorchen lassen: Toptalente in Deutschland sind ständig auf der Suche nach dem noch attraktiveren Arbeitgeber - und dieses Jobhopping zahlt sich finanziell für sie aus. Was das im Detail bedeutet, haben wir in fünf Punkten zusammengefasst.

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