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Von Adi Ignatius
Seit dem Tod von Konzernchef Roberto Goizueta 1997 war bei Coca-Cola keiner der CEOs lange im Amt. Woran liegt das? Ist Coke ein besonders schwer zu führendes Unternehmen?
Kent Nun ja, bis zu Robertos Tod waren die Amtszeiten sehr lang. Doch dann kam eine Phase, in der wir einfach kein Wachstum mehr hinbekommen haben. In dieser Zeit hatten wir zwei Chefs, die nur kurze Zeit im Amt waren. Mein direkter Vorgänger Neville Isdell hatte von Anfang an gesagt, dass er nur für einen begrenzten Zeitraum aus der Rente zurückkehren würde. Er hatte erkannt, dass die Seele des Unternehmens verloren gegangen war. Wir hatten den Glauben an uns selbst und an unser Kerngeschäft verloren. Wir waren arrogant geworden. Neville änderte das und zog den Karren aus dem Dreck.
Was war Ihr oberstes Ziel, als Sie 2008 CEO wurden?
Kent Es waren zwei Ziele: eine langfristige Vision vorgeben und das Wachstum in Nordamerika wiederherstellen. Ich hatte den Eindruck, dass wir ein gemeinsames Bild von Erfolg brauchten - sowohl für uns selbst als auch für unsere Abfüllpartner. Wir nennen dieses Bild "Vision 2020". Es bedeutet, dass wir unser Geschäft in zehn Jahren verdoppeln wollen. Das ist nichts für schwache Nerven, aber zu schaffen ist es.
Wo lagen Ihrer Ansicht nach die Probleme?