RSS Donnerstag, 20. Juni 2013

Inhalt Inhalt

Eine Kulturrevolution

Kollektive Intelligenz

Gelebte Transparenz

Anzahl Seiten: 4
Anzahl Zeichen: 14.306
Anzahl Worte: 1.899
Preis: 6,00 €

Kommunikation

Wissen schlägt Macht

Von Gesine Braun

Eigenverantwortung, Kreativität und Wissensmanagement werden in vielen Unternehmen beschworen - häufig genug, ohne dass dies Folgen hätte. Seit der IT-Händler Synaxon in der internen Kommunikation konsequent auf Social Media setzt, ist die Ermunterung zur Rebellion Teil der Geschäftsstrategie - mit überraschend großem Erfolg. Porträt einer Firma, in der das Managen von Komplexität alltäglich geworden ist.

Über die Ostwestfalen heißt es gern, sie seien nicht besonders leutseelig. Hartnäckig hält sich das Klischee vom schweigsamen und eigenbrötlerischen Hinterwäldler in den Köpfen vieler Menschen. Wer dem Unternehmen aus Schloß Holte mit dem eigen klingenden Kunstnamen Synaxon einen Besuch abstattet, wird eindrucksvoll eines Besseren belehrt: Hier gibt es mehr Kommunikationskanäle als Mitarbeiter, so zumindest der erste Eindruck.

Während in den meisten Unternehmen E-Mail, Postfächer und Aushänge zur internen Informationsverbreitung genutzt werden, steht den Mitarbeitern von Synaxon das gesamte Spektrum an Social-Media-Werkzeugen zur Verfügung: Sie können das Twitter-ähnliche Microblogging-Tool Yammer nutzen, einzelne Kollegen an-"jabbern", wie die Möglichkeit zum Instant Messaging genannt wird, oder sich via "Synaxon Topics", die Pinnwand des firmeneigenen Wikis, kundtun.

Bei vielen Synaxon-Kollegen öffnen sich die drei Kanäle automatisch beim Hochfahren des Computers, das E-Mail-Programm muss hingegen per Extraklick geöffnet werden. Wer keine Freude am Dialog und am Auseinandersetzen hat, ist in dem IT-Handelsunternehmen, dessen 2700 Kooperationspartner Franchise-Nehmer, IT-Händler und -Dienstleister sind, am falschen Platz. Kommunikationsfähigkeit und Offenheit gelten hier nicht als notwendiges Übel oder individuelles Charaktermerkmal, sondern als zwingende Voraussetzung für das dezentral aufgestellte Unternehmen mit der komplexen Organisationsstruktur.

Mit schwarzen Ordnern zugepflasterte Wände sind bei Synaxon eine Seltenheit - das kollektive Wissen der Firma ist nur noch online zu finden: Auf mehr als 55 000 Seiten ist die Artikelsammlung des firmeneigenen Wikis inzwischen angewachsen, das ähnlich wie die freie Online-Enzyklopädie funktioniert und das digitale Herzstück des Unternehmens repräsentiert. Die Datenbank enthält von Verträgen mit Lieferanten über Dokumentationen aktueller Projekte bis hin zur Bedienungsanleitung des Kaffeeautomaten alle Informationen, die für den laufenden Betrieb wichtig sind. Wer mag, kann hier auch nachlesen, dass der Unternehmensname Synaxon sich unter anderem von dem Wort Synapse ableitet, wie die Kontaktstellen zwischen Nervenzellen genannt werden. Für die Kommunikation mit den externen Lizenznehmern und Partnerbetrieben der Synaxon-Marken PC Specialist, iTeam, Akcent und Microtrend gibt es zwei eigenständige weitere Wikis.

Verfasst und eingepflegt wurden die Beiträge von den 154 Mitarbeitern in der Synaxon-Zentrale. Jeder kann sich als Autor betätigen und die Artikel anderer, wie bei Wikipedia auch, kommentieren, bearbeiten oder löschen - und zwar ausdrücklich unabhängig davon, ob dieser Beitrag in den eigenen Zuständigkeitsbereich fällt oder nicht. Einzige Voraussetzung ist die namentliche Kennzeichnung der Änderungen.

Zum Weiterlesen können Sie das vollständige PDF-Dokument erwerben.




Nach oben