RSS Montag, 20. Mai 2013

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Einzelabbildung
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Anzahl Seiten: 12
Anzahl Zeichen: 49.189
Anzahl Worte: 5.771
Preis: 6,00 €

Organisation

Das Zeitalter der Spezialisten

Von Thomas W. Malone, Robert J. Laubacher und Tammy Johns

Bessere Kommunikationstechnik und weltweite Vernetzung sorgen für eine extreme Arbeitsteilung. Das verändert den Alltag fast aller Mitarbeiter und verlangt von Führungskräften eine neue Art des Managements.

In seinem berühmten Buch "Der Wohlstand der Nationen" beschreibt Adam Smith auf anschauliche Weise einen Faktor, der zu einer der wichtigsten Triebkräfte des wirtschaftlichen Fortschritts in den folgenden Jahrhunderten werden sollte: die Arbeitsteilung.

Ein guter Teil unseres heutigen Wohlstands basiert auf den Produktivitätsgewinnen, die sich aus der Aufteilung von Arbeit in immer kleinere Einzelaufgaben für immer spezialisiertere Arbeitskräfte ergeben. Schon heute ist diese Unterteilung von Arbeit durch den Aufstieg der Wissensarbeit und der modernen Kommunikationstechnologie weit fortgeschritten.

Der nächste Schritt wird deshalb zu einer ganz neuen Qualität der Arbeitsteilung führen: Wir stehen an der Schwelle zum Zeitalter der Hyperspezialisierung - und werden dort eine ganz neue, bislang kaum verstandene Arbeitswelt vorfinden.

Schon die enorm komplexen Lieferketten von heute erwecken den Eindruck, dass ein Extrempunkt der Spezialisierung erreicht ist. Die Boeing 787 etwa, Dreamliner genannt, wurde als Musterbeispiel für die fortschrittliche Einbindung von Zulieferern gefeiert. Eine Website, die nur die wichtigsten Zulieferer für diesen Flugzeugtyp auflistet, umfasst 379 Einträge. Letztlich erwies sich diese Zahl als zu groß - die gelieferten Teile passten nicht optimal zusammen, wodurch es zu Verzögerungen kam. Allerdings ist ein Flugzeug ein physisches Produkt. Geht es dagegen um die Produktion von wissensbasierten Gütern, lässt sich die Arbeit noch viel feiner aufteilen. Denn die nötigen Informationen lassen sich nahezu ohne jeden Zeitverlust und fast kostenlos an jeden Ort der Welt befördern.

In den frühen Tagen der Industrialisierung wurden Tätigkeiten (wie etwa die eines Nadelmachers) in viele Einzelaufgaben untergliedert - in einer Nadelfabrik zum Beispiel zählte Adam Smith 18 einzelne Arbeitsschritte. Auf dieselbe Weise werden Aufgaben von Wissensarbeitern - Verkäufer, Sekretärinnen, Techniker - atomisiert und durch komplexe Netze von Menschen ersetzt werden, die verteilt über alle Welt hoch spezialisierte Unteraufgaben erledigen. Heute noch moderne Jobbezeichnungen werden uns veraltet vorkommen. Der Titel Softwareentwickler zum Beispiel verschleiert schon jetzt die Tatsache, dass bei Softwareprojekten die Verantwortlichen die Arbeit oft auf Spezialisten für Entwurf, Programmierung und Tests verteilen. Und das ist nur der einfachste Fall. Wenn zum Beispiel TopCoder, ein Software-Start-up aus dem US-Bundesstaat Connecticut, als Partnerunternehmen ins Spiel kommt, dann kann die Zahl der Beteiligten auf mehrere Dutzend steigen.

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