Was Qualität verbessert
Was Qualität wenig beeinflusst
Was die Umsetzung behindert
Fazit
CARSTEN C. SCHERMULY
JENS NACHTWEI
© 2010 Harvard Business Manager
Produktnummer 201009016, siehe Seite 104
Anzahl Seiten: 2
Anzahl Zeichen: 8.531
Anzahl Worte: 1.085
Preis: 4,00 €
Von Carsten C. Schermuly und Jens Nachtwei
Total-Quality-Management, ISO 9000 - die Qualität von Produkten und Dienstleistungen ist in vielen Unternehmen ein wichtiges Thema. Doch geht es um die Gewinnung und Auswahl von Mitarbeitern, sinken die Ansprüche schnell. Dabei kosten gerade falsche Personalentscheidungen Unternehmen viel Geld, etwa weil ein Bewerber wegen mangelnder Kompetenzen oder eigener, unpassender Bedürfnisse die Anforderungen an den Job nicht gut genug erfüllt.
Wie wir im vergangenen Jahr zeigen konnten, bevorzugen Personalmanager ausgerechnet das Instrument zur Personalauswahl, das die geringste Aussagekraft über den späteren beruflichen Erfolg besitzt: das unstrukturierte Einstellungsinterview. Eine höhere Trefferquote weist das Assessment-Center (AC) auf. Jedoch liegt die Vorhersagekraft auch hier noch deutlich unter derjenigen von beispielsweise Intelligenztests oder Arbeitsproben. Gleichzeitig ist aber ein AC das mit Abstand kostenintensivste Verfahren. 400 bis 2000 Euro werden in der Regel pro Teilnehmer fällig.
Damit sich die Ausgaben lohnen, die Güte der Vorhersagen steigt und das Verfahren weiter akzeptiert wird, müssen die Verantwortlichen ein qualitativ hochwertiges AC konzipieren und durchführen. Doch wie lässt sich die Qualität eines ACs messen? Darüber haben Fachleute in der jüngeren Vergangenheit oft diskutiert.
Unsere neue Studie aus dem Frühjahr 2010 soll Antworten liefern. Wir haben uns in unserer Untersuchung für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis entschieden, um eine breite Akzeptanz und Realitätsnähe sicherzustellen. Dafür identifizierten wir 70 wissenschaftlich fundierte Qualitätskriterien, die die Vorhersagbarkeit des Berufserfolgs beeinflussen. Wir baten deutschlandweit 226 Praktiker und Wissenschaftler, den Nutzen der Kriterien einzuschätzen; Praktiker bewerteten zusätzlich die Umsetzbarkeit und Wissenschaftler die wissenschaftliche Widerspruchsfreiheit.
Die Befragten schätzten die 70 Qualitätskriterien überwiegend als sehr sinnvoll ein (rund 80 Prozent Zustimmung auf der verwendeten Skala). Teilweise bestehen aber Unterschiede, sodass wir hier besonders sinnvolle (Top-) und weniger sinnvolle (Flop-) Kriterien vorstellen möchten (siehe Grafik rechts).