Ein Moore'sches Gesetz für saubere Technologien
Patente als Gradmesser für Innovationen
Fazit
JOANNE HOWARD
© 2010 Harvard Business School Publishing
Produktnummer 201006014, siehe Seite 104
Anzahl Seiten: 4
Anzahl Zeichen: 13.464
Anzahl Worte: 1.707
Preis: 4,00 €
Von Alex Rau, Rob Toker und Joanne Howard
Überall auf der Welt setzen Unternehmer und Investoren derzeit große Hoffnungen in die "grünen" Technologien. In den Industriesektoren, die sich mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien befassen, jagt eine Innovation die nächste. Viele dieser Projekte scheinen vielversprechend im Hinblick darauf, Treibhausgase zu reduzieren, um die globale Erderwärmung einzudämmen, wie es im Dezember vergangenen Jahres auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen diskutiert wurde.
Doch nur wenige Menschen sind sich einer sehr verstörenden Wahrheit bewusst: Selbst wenn all diese Innovationen sich tatsächlich als geeignet erweisen, Treibhausgase zu reduzieren, werden sie vermutlich erst dann den Markt erobern, wenn es für die Abwendung der Klimakatastrophe schon zu spät ist.
Die Geschichte zeigt, dass neue Technologien oft Jahrzehnte brauchen, um sich durchzusetzen. Wenn wir den Kohlendioxidausstoß, wie von Wissenschaftlern gefordert, in den nächsten 40 Jahren erheblich reduzieren wollen, müssten die sauberen Technologien schon jetzt auf breiter Front zum Einsatz kommen.
Forscher des britischen Thinktanks Chatham House und des Patentdienstes Cambridge IP haben jedoch bei einer umfassenden Untersuchung der Innovationen im Energiesektor festgestellt, dass neue Techniken in der Vergangenheit sehr lange, nämlich 19 bis 30 Jahren brauchten, um breite Anwendung zu finden.
Sicherlich gibt es mächtige Marktkräfte, die die Entwicklung in Richtung saubere Energien in jüngster Zeit stark forcieren: Auch außerhalb Europas werden viele Regierungen dazu übergehen, Obergrenzen für den Ausstoß von Klimagasen festzulegen, und Unternehmen aus einer Reihe von Branchen arbeiten intensiv an neuen Wegen, um Emissionen zu verringern. Aber technische Entwicklungen brauchen ihre Zeit, und das gilt ganz besonders für Innovationen im Energiebereich.