RSS Montag, 21. Mai 2012

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Enorm ehrgeizig, aber chancenlos

Wohin mit dem Kind?

Rückkehr mit Hindernissen

Eine bittere Entscheidung

Was tun gegen den Brain Drain?

Fazit

SYLVIA ANN HEWLETT

LAURA SHERBIN

© 2010 Harvard Business Manager

Produktnummer 201005052, siehe Seite 104

Anzahl Seiten: 10
Anzahl Zeichen: 35.595
Anzahl Worte: 4.858
Preis: 4,00 €

Karriere

Letzte Ausfahrt Babypause

Von Sylvia Ann Hewlett und Laura Sherbin

Für hoch qualifizierte Frauen bedeutet eine vorübergehende Auszeit oft das Ende ihrer Führungslaufbahn. Nicht weil es ihnen an Ehrgeiz fehlte, sondern weil sie bei der Rückkehr in den Job zu wenig Hilfe bekommen. Eine große Studie beleuchtet die Situation deutscher Akademikerinnen - und zeigt, was hierzulande schiefläuft.

Als Corinna Bergmann* ihr erstes Kind erwartete, arbeitete die Deutsche gerade in den USA. Als Vorstandsmitglied eines großen Ingenieurbüros war sie dort im Auslandseinsatz. Und weil die Zeit des Mutterschutzes in den USA in der Regel kurz und schlecht bezahlt ist, arbeitete sie bis zum errechneten Entbindungstermin. "Finanziell gesehen, hatten wir keine andere Wahl", erinnert sie sich. "Aber ich wollte das auch so." Nach nur sechs Wochen ging sie wieder arbeiten.

Irgendwann kehrten sie und ihr Mann nach Deutschland zurück, und Corinna Bergmann wurde zum zweiten Mal schwanger: "Meine Schwangerschaft hier habe ich ganz anders erlebt", sagt sie. "Einige männliche Kollegen fragten meinen Chef unverblümt, ob sie meine Stelle haben könnten. Ich habe immer wieder betont, dass ich zurückkomme, aber sie haben mir nicht geglaubt. Es war gar nicht so einfach, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren und weiter gute Ergebnisse zu liefern, während so viele Leute um meine Stelle konkurrierten." Jeden Tag musste sie sich von Kollegen anhören "Wie, du bist immer noch da?", sodass sie sich genötigt fühlte, ihre Anwesenheit zu entschuldigen. Schließlich behauptete sie, ihr Kind werde später kommen, als anfangs errechnet. Als es dann auf der Welt war, machte ihr ein Kollege das zweifelhafte Kompliment "Schön, dass du wieder normal bist." Die Erinnerung daran macht sie noch heute wütend: "Ich war schwanger, nicht krank."

Was Corinna Bergmann in Deutschland erlebte, ist typisch für die Probleme, mit denen hoch qualifizierte Frauen hierzulande konfrontiert sind. Dabei müssen sie oft mehr oder andere Schwierigkeiten bewältigen als ihre Kolleginnen in den USA. Wir vom Center for Work-Life Policy (CWLP), einem Forschungsunternehmen mit Sitz in New York, hatten bereits 2005 in der ersten umfassenden Studie die Karrierewege von Frauen in den Vereinigten Staaten untersucht ("Off-Ramps and On-Ramps: Keeping Talented Women on the Road to Success"; siehe Servicekasten Seite 61).

Nun folgt die Fortsetzung für Deutschland, "Off-Ramps and On-Ramps Germany" (auf Deutsch: Auszeiten und Wiedereinstieg in Deutschland - Anm. d. Red.): In einer repräsentativen Umfrage unter 1000 deutschen Frauen und Männern mit Hochschulabschluss, in Gruppendiskussionen mit hoch qualifizierten Arbeitskräften und Einzelinterviews mit ausgewählten Teilnehmerinnen sammelten wir im Sommer 2009 zahlreiche Daten, die uns die Frage beantworten sollten: Warum gibt es so wenige Frauen in den Führungsetagen deutscher Unternehmen? Das Forschungsprojekt wird von drei deutschen Konzernen gesponsert, die sich selbst in der Förderung ihrer weiblichen Mitarbeiter engagieren (siehe Fallbeispiele auf den Seiten 55, 58 und 60). Zum Vergleich mit den USA zogen wir unsere ursprüngliche US-Studie heran, deren Daten wir kürzlich aktualisiert haben.

Enorm ehrgeizig, aber chancenlos

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