RSS Montag, 21. Mai 2012

Inhalt Inhalt

Und wer sucht bei Ihnen Hilfe für Übersetzungen?

Welche Pläne haben Sie für Leo?

© 2010 Harvard Business Manager

Produktnummer 201005010, siehe Seite 104

Anzahl Seiten: 4
Anzahl Zeichen: 15.870
Anzahl Worte: 2.216
Preis: 4,00 €

Internet

"Kein Profit um jeden Preis"

Von Simone Fasse und Cornelia Geißler

Hans Riethmayer, Chef des Übersetzungsportals Leo, erklärt, wie er Community-Management versteht, warum Technik für ihn wichtiger als Design ist und wieso Geldverdienen nicht an erster Stelle steht.

Die Entwickler des heutigen Online-Wörterbuchs Leo (Link Everything Online) gehörten 1992 zu den Pionieren des Internets. Damals hieß Leo noch Isar und diente Wissenschaftlern und Studenten des Fachbereichs Informatik der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität (TU) München in erster Linie als Softwarearchiv. Um die neu entstehende englische Fachsprache in der Informatik besser zu bewältigen, richteten die Wissenschaftler 1995 ein Fachwörterbuch auf der Plattform ein, das sie ständig aktualisierten.

Hans Riethmayer, Jahrgang 1948, ist selbst Informatiker. Er war als Systemadministrator an der TU angestellt und strukturierte das Leo-Angebot 1997 so, dass es gegen die kommerzielle Konkurrenz im boomenden World Wide Web bestehen konnte. Er setzte sich dafür ein, es durch Werbung zu finanzieren.

2006 löste Riethmayer den Sprachdienst aus der Hochschule heraus und führte das Spin-off mit seinem Kollegen Elmar Bartel weiter. Im Laufe der Zeit war das Wörterbuch weit über die Grenzen der Informatik hinausgewachsen. Das Softwarearchiv wurde bald eingestellt. Heute firmiert Leo als GmbH und bietet neben dem englischen auch ein spanisches, französisches, italienisches, chinesisches und ein russisches Wörterbuch. Mit durchschnittlich etwa 18 Millionen Abfragen am Tag zählt die Plattform fast so viele Besucher wie das Portal T-Online.

Leo hat sich von einem universitären Softwarearchiv mit kleinem Informatik-Fachwortschatz zum größten Online-Wörterbuch Deutschlands gemausert. Woher bekommen Sie all die Vokabeln?

RIETHMAYER Oft bekommen wir Fachwortschätze von mittelständischen Firmen geschenkt mit der Bitte, sie bei Leo einzupflegen. Das hat für die Unternehmen den Vorteil, dass ihre Mitarbeiter, die Leo meist schon als Wörterbuch nutzen, nur noch eine Quelle konsultieren müssen, auch wenn sie Fachwörter recherchieren. Des Weiteren gibt es eine Reihe von Nutzern, die wirklich über einzigartiges Wissen verfügen. Da gibt es zum Beispiel Spezialisten aus der Biologie, die sämtliche Grasmückenarten auf Englisch einstellen, nachdem sie eine wissenschaftliche Arbeit darüber verfasst haben. Manchmal bekommen wir auch das Angebot zu kooperieren, also auf komplette - meist einsprachige - Angebote von Fachverlagen zu verlinken. So hat uns zum Beispiel der Gabler-Verlag den Online-Wortschatz seines Wirtschaftslexikons zur Verfügung gestellt.

Zum Weiterlesen können Sie das vollständige PDF-Dokument erwerben.




Nach oben