Sind sie ja anscheinend auch nicht.
Lässt sich Weinqualität denn nun objektiv messen?
Im Ernst?
Welche Rolle spielen Sie als Sommelier dabei?
Inwiefern?
Wieso muss sie leiden?
Kann ein Winzer Qualität für wenig Geld erzeugen?
Aber wir mögen die Vielfalt auch?
© 2010 Harvard Business Manager
Produktnummer 201004098, siehe Seite 112
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Preis: 4,00 €
Von Cornelia Hegele-Raih
Herr Fahrner, für 20 Euro bekommt man eine Flasche guten Wein. Wie viel besser ist ein Wein für 2000 Euro?
FAHRNER Große Weine haben natürlich einen wirtschaftlichen Wert. Ich kenne einen Sammler, der den Erlös aus dem Verkauf seines Unternehmens in Wein sehr gewinnbringend investiert hat. Es mag auch den einen oder anderen geben, der sich einen teuren Wein nur deshalb in den Keller legt, um andere zu beeindrucken.
Aber der wahre Reiz eines großartigen Weins ist doch ein ganz anderer. Für jeden, der einmal die Gelegenheit hatte, einen solchen zu kosten - es muss nicht immer gleich ein 1961er Bordeaux sein -, ist dies ein einmali-ges Erlebnis. Etwas, das sich tief in die Festplatte einbrennt. Die Leute erinnern sich noch Jahre später an das Gefühl auf der Zunge.
Also ist der Rummel um diese Weine durchaus gerechtfertigt?
FAHRNER Es wird manchmal zu viel Gehabe um Wein gemacht. Wein möchte gar nicht in diese Ecke gestellt werden. Wein möchte Menschen begleiten bei Höhepunkten und Tiefpunkten. Wein möchte Lebensfreude geben, das ist das Wichtigste. Und Genuss hängt zum Glück keinesfalls nur vom Preis eines Weins ab, sondern von vielen Faktoren, zum Beispiel vom Anlass, von der Umgebung, von der Stimmung. Ein Prosecco auf einer Gartenparty ist sicher viel passender als ein Jahrgangschampagner. Ein badischer oder Pfälzer Grauburgunder an einem Sommerabend kann unübertrefflich sein.