RSS Donnerstag, 20. Juni 2013

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Kommunikation

Öffentlichkeitsarbeit 2.0

Von Gerald C. Kane, Robert G. Fichman, John Gallaugher, John Glaser

Mitmachmedien im Internet sind auf dem Vormarsch. Sie verändern die Regeln für einen geschickten Umgang mit der Öffentlichkeit.

Im Jahr 2003 gab der Boston University Medical Campus (BUMC) Pläne für ein modernes Hochsicherheitslabor bekannt, in dem gefährliche biologische Substanzen untersucht werden sollten. Das Labor wollte mithilfe seiner Grundlagenforschung zu Fortschritten im Gesundheitswesen und speziell in der Terrorabwehr beitragen. Die Erkenntnisse sollten helfen, waffenfähige Versionen der Erreger von Ebola, Hasenpest, Milzbrand und anderer tödlicher Krankheiten besser zu bekämpfen. Tatsächlich wurde das Projekt zunächst weithin als Segen für die nationale Sicherheit, für den Status der Region als Biotech-Standort und für die Bostoner Wirtschaft begrüßt.

Dann aber wendete sich das Blatt. Das Labor mit dem offiziellen Namen "National Infectious Diseases Laboratories" sollte nahe dem BUMC zwischen den zwei Bostoner Wohngebieten South End und Roxbury entstehen. Doch je mehr die Einwohner darüber erfuhren, mit welchen Substanzen ihr neuer Nachbar umgehen wollte, desto weniger wollten sie ein solches Gebäude in unmittelbarer Nähe haben. Wie sicher würde es sein? Was wäre, wenn Stoffe entweichen würden? Wäre das Labor nicht ein höchst attraktives Ziel für Terroristen? Wenn es so sicher sei, wie behauptet wurde, warum könnte es dann nicht in einem wohlhabenden Vorort wie Brookline, Newton oder Wellesley gebaut werden?

Der energische Widerstand der Anwohner entwickelte sich zu großen Teilen im Internet. Um eine spezielle Website zum Thema, stopthebiolab.org, entstand schnell eine Gemeinschaft von Leuten, die das Projekt strikt ablehnten. Etablierte Organisationen, die sich für Umwelt, Gesundheitswesen und soziale Gerechtigkeit engagieren (unter anderen die Conservation Law Foundation, die Massachusetts Nurses Association und Boston Mobilization), unterstützten das Anliegen der Laborgegner auf ihren eigenen Web-Seiten. Klagen wurden erhoben, und im Nu wurde das Projekt vom Star zum Aussätzigen. Seine Eröffnung wird vom Beschluss eines Bundesgerichts verzögert, der weitere Umweltsicherheitsstudien verlangt, und möglicherweise wird die Forschung an den gefährlichsten der bislang vorgesehenen Substanzen dort niemals stattfinden dürfen.

Unternehmen und andere Organisationen praktizieren seit Langem das sogenannte "community outreach" - aktive Öffentlichkeitsarbeit, die für positive und kooperative Beziehungen zur Öffentlichkeit sorgen soll. Bevor es das Internet gab, hatten die Unternehmen wesentlich mehr Zeit, um die Aktivitäten interessierter Gruppen systematisch zu beobachten und auf sie zu reagieren. Mit dem Boom von Mitmachmedien (englisch: social media) wie Facebook verschwand der Luxus, genug Zeit zu haben - mit dem Ergebnis, dass ein großes Vakuum im Community-Management herrscht. Es gibt einen großen Bedarf an neuartigen Fähigkeiten, anpassungsfähigen Taktiken und einer schlüssigen Strategie. Dazu kommt, dass die Geografie in der hochvernetzten Welt kaum noch eine Rolle spielt - für Unternehmen relevante Gruppen bestehen nicht nur aus Leuten aus der Nachbarschaft, sondern aus Kunden und anderen Interessierten aller Art. Dieser Beitrag beschreibt die Änderungen, die durch Mitmachmedien ausgelöst werden, und zeigt, wie Ihr Unternehmen das Beste daraus machen kann; er basiert auf unserer Untersuchung von gut zwei Dutzend Firmen.

Was ist anders bei den neuen Gemeinschaften?

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