RSS Freitag, 24. Mai 2013

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Karriere

So gelingt der Jobwechsel

Von Boris Groysberg und Robin Abrahams

Forschungen zeigen, dass sogar erfahrene Führungskräfte oft unglückliche und unüberlegte Karriereentscheidungen treffen. Lernen Sie, die fünf schlimmsten Fehler bei Ihrer beruflichen Lebensplanung zu vermeiden.

Berufstätige der Generation "Babyboomer" wechseln im Laufe ihres Berufslebens durchschnittlich zehnmal den Job. Das hat das amerikanische Amt für Arbeitsstatistik (Bureau of Labor Statistics) ermittelt. Der Arbeitnehmer als eigenständig Handelnder - ein Konzept, das in den 90er Jahren an Bedeutung gewann - ist auch heute noch Realität, unabhängig von den wirtschaftlichen Umständen. Deshalb müssen wir alle unsere berufliche Laufbahn stärker selbst in die Hand nehmen. Die Karriereleiter in Unternehmen gleicht nach wie vor einem wackligen Jenga-Turm, und selbst die Position des Geschäftsführers ist heute keine Stellung auf Lebenszeit mehr. Ein unabhängiger Finanzexperte, mit dem wir sprachen, formulierte es so: "Es gibt keine endgültigen Ziele. Ihre Karriere ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess."

Doch auch wenn Jobwechsel fast unvermeidbar sind, verlaufen sie nur selten glatt und sind fast immer nervenaufreibend. Das schmälert allzu oft die Leistung von Jobwechslern - sowohl kurz- als auch langfristig. In früheren Untersuchungen haben wir zum Beispiel festgestellt, dass herausragende Wertpapieranalysten, die zu neuen Investmentbanken wechselten, sage und schreibe fünf Jahre lang schlechtere Leistungen erbrachten. Alle Mitarbeiter, die zu einem anderen Unternehmen gehen, stehen vor ähnlichen Problemen - egal ob sie als Wide Receiver im American Football bei einem neuen Klub anheuern oder als Führungskraft in einem anderen Konzern anfangen. Und es geht nicht nur um die Lernkurve. Jede Veränderung bringt erhebliche interne wie externe Probleme und Transaktionskosten mit sich: eine unruhige Zeit zu Hause und im Privatleben, eventuelle Kosten für einen Umzug, die Notwendigkeit, sich an neue kulturelle und unternehmenspolitische Regeln anzupassen, mit ungewissen Erwartungen umzugehen und sich neue Regeln, neues Wissen und einen neuen Fachjargon anzueignen.

In einer Zeit, in der Jobs Mangelware sind, mag es wie Luxus erscheinen, über die Vor- und Nachteile eines bestimmten Stellenangebots zu diskutieren. Und natürlich gibt es Zeiten, in denen Sie aus finanziellen Gründen keine andere Wahl haben, als eine wenig verlockende Stelle zu akzeptieren. Doch auch dann ist dieser Job niemals einfach nur ein Job. Denn es geht um Ihre Karriere. Ein gelegentlicher Fehlgriff bei der Wahl Ihrer Jobs lässt sich noch verzeihen. Doch wenn Sie nicht allzu viele Fehler machen wollen - oder jene Fehler vermeiden möchten, die Sie auf Dauer zurückwerfen würden -, sollten Sie sich sorgfältig darüber informieren, mit welchen Risiken und Gegebenheiten Sie bei der Stellensuche rechnen müssen.

Die häufigsten Fehler

Wir wollten herausfinden, welche Fehler beim Jobwechsel immer wieder passieren, und analysierten dafür Daten aus drei verschiedenen Studien: einer Umfrage unter Personalberatern, einer Umfrage unter Personalchefs von internationalen Unternehmen und einer Interviewreihe mit Managern der obersten Führungsebene aus aller Welt (nähere Informationen hierzu im Kasten Seite 22).

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