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Kulturwandel
PAUL HEMP
© 2009 Harvard Business School Publishing
Produktnummer 200912098, siehe Seite 112
Anzahl Seiten: 11
Anzahl Zeichen: 33.664
Anzahl Worte: 4.606
Preis: 4,00 €
Von Paul Hemp
Können wir bitte einfach alle aufhören zu jammern, weil es so viele Informationen gibt? Ich meine, in einer Wissensgesellschaft sind Informationen doch unser höchstes Gut. Und in der heutigen Zeit sind sie in fast unbegrenzter Fülle verfügbar. Sie kommen automatisch auf elektronischem Weg zu uns oder sind nur ein paar Mausklicks entfernt. Also: Kopf hoch!
Warten Sie einen Moment: Kann ich vielleicht einfach aufhören, über zu viele Informationen zu jammern?
Die Informationsflut, die Tag für Tag auf mich einströmt, scheint eher Fluch als Segen zu sein. Wir reden nicht nur von der Menge an eingehenden E-Mails und RSS-Feeds, die mich stört. Ich fühle mich auch von der unendlichen Fülle an Informationen unter Druck gesetzt, weil ich glaube, ich müsse sie alle aufnehmen, um in meinem Job Schritt zu halten.
Aktuelle Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass sich das steigende Volumen verfügbarer Informationen - und die damit verbundenen Unterbrechungen während der Arbeit - nicht nur negativ auf das persönliche Wohlbefinden auswirken kann. Es beeinflusst auch, wie wir Entscheidungen treffen, Innovationen entwickeln und wie produktiv wir arbeiten. In einer Studie brauchten die Teilnehmer zum Beispiel durchschnittlich fast 25 Minuten, um nach einer Unterbrechung durch eine E-Mail ihre eigentliche Arbeit wieder aufzunehmen. Das sind schlechte Nachrichten für uns und unsere Unternehmen.
Doch es gibt Hoffnung. Innovative Instrumente und Technologien versprechen denjenigen unter uns Erleichterung, die mit der Informationsschwemme kämpfen. Bei einigen handelt es sich um technologische Lösungen. Zum Beispiel gibt es Software, die eingehende Nachrichten automatisch sortiert und priorisiert, um die Flut zu regulieren. Andere verhindern, dass die Menschen in dieser Flut untergehen, indem sie dazu anregen, umzudenken und das Verhalten zu ändern. Wer weiß, vielleicht werde sogar ich es irgendwann genießen, in den mächtigen Informationsströmen mitzuschwimmen, in denen ich heute zu ertrinken drohe.