Wer ist betroffen?
Was können wir tun?
Wie sparen wir Wasser?
Fazit
CHRISTIAN SCHNEIDER
HONG YANG
ANTOINE CHARPENTIER
© 2009 Harvard Business Manager
Produktnummer 200912040, siehe Seite 112
Anzahl Seiten: 5
Anzahl Zeichen: 17.295
Anzahl Worte: 2.231
Preis: 4,00 €
Von Christian Schneider, Hong Yang und Antoine Charpentier
Weltbekannte Flüsse wie der Indus, der Rio Grande oder der Gelbe Fluss erreichen das offene Meer nicht mehr, weil intensive Wassernutzung sie oft schon vor der Mündung trockenfallen lässt. In Brasilien und Afrika leidet die Bevölkerung unter Stromausfällen, weil das wenige Wasser die Turbinen der Wasserkraftwerke nicht mehr antreiben kann. Und wo das Grundwasser früher noch kurz unter der Oberfläche lag, müssen die Menschen heute tief in die Erde bohren, um es zu gewinnen. Auch schlechte Grundwasserqualität ist ein großes Problem.
Ein Blick in die Zukunft verspricht keine Besserung: Während sich die Bevölkerung in den vergangenen 50 Jahren mehr als verdoppelt hat - von drei auf fast sieben Milliarden Menschen -, nahm der Wasserkonsum in dieser Zeit um das Dreifache zu. Was geschieht, wenn die Bevölkerung bis 2050 wie von den Vereinten Nationen prognostiziert auf 9,1 Milliarden ansteigt?
Verschärft wird diese Entwicklung durch die weltweite Zunahme des Fleischkonsums. So sind etwa 15 000 Liter Wasser notwendig, nur um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren. Zum Vergleich: Für ein Kilo Weizen braucht es rund 1000 Liter. Allein der Anstieg des durchschnittlichen Fleischverzehrs in China - von 20 Kilo pro Kopf im Jahr 1985 auf geschätzte 50 Kilo in diesem Jahr - entspricht beinahe dem jährlichen Wasserverbrauch in Europa.
Eine weitere Bedrohung lauert in der Energieversorgung, insbesondere in der Verbreitung von Biokraftstoffen, die aus Ölpflanzen, Getreide, Zuckerrohr und anderen Pflanzen hergestellt werden. In Kalorien gerechnet, ist der weltweite Energiemarkt 20-mal so groß wie der Lebensmittelmarkt. Würde die Menschheit versuchen, nur 5 bis 6 Prozent ihres weltweiten Energiebedarfs mit Biotreibstoffen zu decken, benötigte sie dafür ungefähr doppelt so viel Wasser wie heute.
All diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass Wasserknappheit ein immer drängenderes Thema wird - auch wenn Wasser als Rohstoff auf der Erde insgesamt nicht ausgehen kann, da es ständig als Regen, Schnee oder Verdunstung in der Atmosphäre rezykliert wird. Entscheidend ist die Verteilung dieses Rohstoffs über den Erdball. Nicht an jedem Ort steht die gleiche Menge an sauberem Grund- oder Regenwasser zur Verfügung. Nachhaltiges Ziel jeglicher Wasserwirtschaft muss es also sein, an einem Standort Wasser einer bestimmten Qualität so einzusetzen, dass der natürliche Wasserkreislauf nicht zusammenbricht.