Wie wir Umfragespiele entwickeln
Erwartungen der Spieler
Spielmechanismen
Datengewinnung
Fazit
Anzahl Seiten: 2
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Preis: 4,00 €
Von Johann Füller, Thomas Kohler, Daniel Stieger und Kurt Matzler
Wenn Marktforschung mit spielerischen Elementen kombiniert wird, sind die Teilnehmer mehr bei der Sache. Werte wie Aufmerksamkeit während der Umfrage, das Interesse an einer erneuten Teilnahme, das Produktverständnis, die Kreativität und der von den Teilnehmern empfundene Ansporn, die Umfrage zu Ende zu bringen, sind sehr hoch. Das zeigen die Erfahrungen aus zehn Marktforschungsspielen zu so unterschiedlichen Produkten wie Snowboards, Kinderwagen und Handtücher.
Wie spielerische Marktforschung aussehen kann, illustriert ein Pilotprojekt, dass wir 2003 mit Audi durchgeführt haben. Das Ziel war, mehr über die Anforderungen an Infotainment-Systeme im Auto zu erfahren. So durften potenzielle Kunden des Audi A4, die auf der Webseite von Audi angeworben wurden, im "Virtual Lab" in die Rolle eines Produktentwicklers schlüpfen. Sie sollten verschiedene Versionen des geplanten Navigations- und Unterhaltungssystems Quadrologic zusammenstellen. Doch immer wenn ein Spieler sein Lieblingssystem fertiggestellt hatte, kamen Meldungen wie diese: "Ihr Entwicklungsbudget ist leider überschritten. Bitte modifizieren Sie das Produkt." Mit derlei Schleifen und Varianten kämpften die Teilnehmer Runde um Runde - was den eigentlichen Reiz des Spiels ausmachte. Als Audi die Teilnehmer des Virtual Lab ein Jahr später anschrieb, um sie zu einer weiteren spielerischen Marktforschung einzuladen, bekundeten 78 Prozent der Angeschriebenen Interesse. Die Hälfte nahm dann tatsächlich teil.
Am Ende des Pilotprojekts haben die 1657 Teilnehmer Spaß gehabt und die Marktforscher haben, was sie wollten: Informationen über die aus Kundensicht sinnvollste Produktkonfiguration, die Größe der Displays, die Bedeutung eines automatischen Notrufs und vieles mehr. Der Erfolg: Im Vergleich zu den Systemen von BMW und Daimler galt das Audi-System nach dem Marktstart als das beste.
Wie wir Umfragespiele entwickeln
Wenn wir für Marktforschungsspiele Teilnehmer gewinnen wollen, überlegen wir zu Beginn, wer teilnehmen soll, und beschreiben die Zielgruppe kurz. Auf Basis dieser Beschreibung identifizieren wir Communities, soziale Netzwerke und Internetseiten, auf denen wir diese Zielgruppe finden. Für ein Projekt mit dem österreichischen Motorradhersteller KTM haben wir uns zum Beispiel an Motorradforen gewandt. Dort werben wir für die Aufgabe mithilfe von Beiträgen und Werbebannern. Es hat sich auch bewährt, vorher mit dem Ad-ministrator oder Moderator eines Forums zu sprechen und das Projekt zu schildern. Häufig lassen sich diese Personen begeistern und laden dann von sich aus Mitglieder ein. Hat den Teilnehmern das Spiel gefallen, können sie sich registrieren, um an weiteren Spielen teilzunehmen.