RSS Donnerstag, 20. Juni 2013

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Change-Management

Das Unternehmen erfolgreich erneuern

Von John P. Kotter

Da Unternehmen sich immer wieder auf neue Wettbewerbsbedingungen einstellen müssen, gehören Veränderungsprojekte beinahe zum Alltag. Doch häufig gelingt der Wandel nicht. Eine umfangreiche Analyse zeigt, dass für das Scheitern acht Kardinalfehler verantwortlich sind.

Über zehn Jahre lang habe ich mehr als 100 Unternehmen dabei beobachtet, wie sie versuchten, im Wettbewerb besser zu bestehen. Darunter waren Konzerne (wie Ford) und Mittelständler (wie das Medienunternehmen Landmark Communications), Unternehmen aus den Vereinigten Staaten (wie General Motors) und anderen Ländern (wie British Airways), Firmen am Rande der Pleite (wie Eastern Airlines) und wieder andere, die prächtig verdienten (wie Bristol-Myers Squibb).

Diese Versuche trugen sehr unterschiedliche Namen: Total Quality Management, Reengineering, Right Sizing, Restrukturierung, Kulturwandel oder Turnaround. Doch in ihrem Hauptziel glichen sie sich alle: Die Art und Weise, das Geschäft zu betreiben, sollte grundlegend verändert werden, um sich auch in einem neuen anspruchsvolleren Marktumfeld behaupten zu können.

Einige Erneuerungsbestrebungen waren sehr erfolgreich, andere komplette Fehlschläge. Die meisten lagen irgendwo dazwischen - mit deutlicher Tendenz zum unteren Ende der Skala. Die Lehren, die daraus gezogen werden können, sind jedoch aufschlussreich und vermutlich bedeutsam für viele andere Unternehmen, die sich im zunehmend wettbewerbsintensiven geschäftlichen Umfeld zu Beginn des 21. Jahrhunderts behaupten wollen.

Die wichtigste allgemeine Erkenntnis, die sich aus den Erfolgsfällen ableiten lässt, ist wohl diese: Der Veränderungsprozess durchläuft stets einige Phasen, die viel Zeit brauchen (siehe Kasten Seite 144). Das Überspringen einzelner Abschnitte schafft nur die Illusion von raschem Fortschritt und führt nie zu einem befriedigenden Resultat.

Eine zweite sehr generelle Erkenntnis besagt, dass sich entscheidende Fehler in jeder der Phasen verheerend auswirken, weil sie den Schwung bremsen und mühsam erreichte Fortschritte wieder zunichte machen können. Selbst sehr tüchtige Manager begehen oft mindestens einen großen Fehler - vielleicht weil Manager allgemein im gründlichen Erneuern von Unternehmen bislang nur relativ wenige Erfahrungen sammeln konnten.

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