Das Beispiel Wachovia Bank
Der Körper:
Physische Energie
Die Emotionen:
Qualität der Energie
Der verstand:
Energie fokussieren
Der Sinn:
Energie durch Bedeutsamkeit
Wie sich Unternehmen ändern
Fazit
Abbildungen + Diagramme
Infografik
Anzahl Seiten: 10
Anzahl Zeichen: 40.360
Anzahl Worte: 5.577
Preis: 4,00 €
Von Tony Schwartz
Steve Wanner ist ein angesehener Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Er ist 37 Jahre alt, verheiratet und hat vier kleine Kinder. Als ich ihn vor einem Jahr kennenlernte, arbeitete er 12 bis 14 Stunden pro Tag, fühlte sich ständig erschöpft und hatte Schwierigkeiten, sich abends auf seine Familie einzulassen. Das frustrierte ihn zutiefst; Schuldgefühle plagten ihn. Wanner schlief schlecht, nahm sich kaum Zeit für Sport und aß selten etwas Gesundes. Essen war für ihn ein notwendiges Übel, das er häufig unterwegs oder während der Arbeit an seinem Schreibtisch erledigte.
Was Steve Wanner erlebt hat, ist keineswegs der Extremfall. Wenn die Anforderungen im Job steigen, reagieren die meisten von uns mit Über-stunden. Und diese fordern zwangsläufig ihren Tribut - in Form körperlicher, psychischer und emotionaler Probleme. Beschäftigte engagieren sich weniger für ihre Arbeit und lassen sich leichter ablenken; die Fluktuation in der Belegschaft nimmt zu, und die Krankheitskosten steigen. Meine Kollegen von "The Energy Project" und
ich haben in den vergangenen fünf Jahren Konzerne als Trainer und Berater unterstützt und dabei mit Tausenden Führungskräften zusammengearbeitet. In erstaunlicher Übereinstimmung berichten uns all diese Manager, dass sie sich selbst immer stärker antrieben, um den Anforderungen gerecht zu werden. Gleichzeitig haben sie jedoch das Gefühl, bald am Ende ihrer Kräfte zu sein.
Das Problem mit Überstunden besteht darin, dass Zeit ein begrenztes Gut ist. Das kann man von Energie nicht sagen. Die Physik definiert Energie als die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten. Beim Menschen speist sich Energie aus vier Quellen: Körper, Emotionen, Verstand und das Empfinden von Sinnhaftigkeit. An jedem dieser vier Punkte kann man ansetzen, um seine Energie systematisch auszubauen und zu erneuern. Dafür braucht es Rituale - Verhaltensweisen, die zunächst bewusst und zu ganz bestimmten Zeiten praktiziert werden. Ziel ist, dass sie so schnell wie möglich unbewusst und automatisch ablaufen.
Unternehmen, die ihrer Belegschaft neuen Schwung geben möchten, müssen umdenken. Die Frage darf nicht lauten: Wie kann ich mehr aus meinen Leuten herausholen? Sondern: Wie kann ich mehr in sie investieren, damit sie motiviert sind, sich in ihrem Job stärker einzubringen? Die Mitarbeiter müssen erkennen, welches Verhalten ihre Energiereserven aufzehrt. Und sie müssen die Verantwortung dafür übernehmen, dieses Verhalten zu ändern - ganz gleich, mit welchen Anforderungen sie konfrontiert sind.