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Soziale Netzwerke: [1] Wirtschaft 2.0
Die Medienbranche spürt den Umbruch schon heute, Banken und Energie wird es wohl ähnlich ergehen: Konsumenten produzieren selbst Waren und Dienstleistungen und schließen sich zu immer größeren Gruppen zusammen. Damit drohen sie die Geschäftsmodelle traditioneller Anbieter zu zerstören.
von Stan Stalnaker
Peer-to-Peer-(P2P-)Netzwerke, also die Zusammenarbeit gleichberechtigter Computernutzer über das Internet, haben für erheb-liche Unruhe in der Medienbranche gesorgt. Sie haben den Informationsfluss radikal verändert: An die Stelle weniger Quellen (wie Zeitungsverlage, Hollywood-Studios und große Plattenfirmen), die an viele Empfänger Daten übermitteln, treten viele Quellen (Blogs, Videoportale wie YouTube und Datentauschbörsen), die gleichzeitig Informationen verbreiten. Die Möglichkeit Einzelner, Inhalte - in Form von Nachrichten, Filmen und Musik - zugleich zu konsumieren und zu kreieren, gefährdet die traditionellen Anbieter erheblich. Ein Beispiel sind die Schwierigkeiten der etablierten US-Zeitungsverlage; die Aktienkurse der größten vier Verlagshäuser sind in den vergangenen drei Jahren zwischen 10 und 50 Prozent gefallen, trotz allgemein steigender Kurse.
Ein Schock wie der, der die Medien traf, droht auch anderen Branchen - vielleicht sogar ein noch folgenreicherer. Finanzdienstleister beginnen ihn bereits zu spüren. Ein Anfang sind die sogenannten Mikrokredite: Dorfbewohner in den Entwicklungsländern schließen sich zusammen und leihen sich relativ kleine Geldbeträge bei einer Bank; dabei bürgen die Gruppenmitglieder gemeinsam. Kombinieren Sie dies mit den Möglich-keiten globaler digitaler Netzwerke, dann beginnt sich ein neues Geschäftsmodell für die Finanzbranche abzuzeichnen.