RSS Montag, 21. Mai 2012

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Personal

Wie gute Teams funktionieren

Von Tamara J. Erickson und Lynda Gratton

Sie kannten sich bisher nicht, doch jetzt sollen sie sofort bei einer wichtigen Aufgabe effektiv zusammenarbeiten. Die Mitglieder neuer Teams brauchen viel Unterstützung, um räumliche und fachliche Distanzen zu überwinden. Lernen Sie, in acht Schritten moderne Arbeitsgruppen zu Höchstleistungen zu bringen.

Unternehmen müssen sich oft auf die Hilfe von Arbeitsteams verlassen, etwa wenn eine Firmenübernahme ansteht oder das IT-System überholt werden soll. Diese Teams setzen sich aus vielen gut ausgebildeten Spezialisten zusammen. Sie werden in der Regel schnell zusammengerufen und tauschen sich über das Internet aus - manchmal über große Entfernungen hinweg.

Ein solches Team vereint eine Fülle an Wissen und deckt eine große Breite an Fachkenntnissen ab. Nur so kann es die vielen komplexen Aufgaben bewältigen, die heutzutage auf Unternehmen zukommen. Wenn die BBC über die Fußball-WM oder die Olympischen Spiele berichten will, stellt sie dafür ein großes Team aus Rechercheuren, Autoren, Produzenten, Kameraleuten und Technikern zusammen. Viele von ihnen sind sich vorher noch nie begegnet. Diese Spezialisten arbeiten unter hohem Druck zusammen, denn eine Szene im Sport lässt sich nicht wiederholen.

Ganz ähnlich verfährt die Hotelkette Marriott: Wenn sich das IT-Team des Unternehmens an die Entwicklung eines Computersystems macht, um das Angebot für die Gäste zu verbessern, muss es eng mit vielen Beteiligten zusammenarbeiten. Jeder verfolgt seine eigenen Ziele und hat unterschiedliche Bedürfnisse: unabhängige Hotelbesitzer, Experten für Kundenerfahrung, weltweit tätige Markenverantwortliche und Regionalleiter.

Bei unseren Forschungen über Teamverhalten in 15 multinationalen Konzernen sind wir auf ein interessantes Paradoxon gestoßen: Einerseits benötigen Teams für anspruchsvolle Projekte vor allem vier Eigenschaften: 1. Sie müssen eine gewisse Größe haben. 2. Ihre Mitglieder arbeiten über das Internet zusammen. 3. Die Mitglieder verfügen über ganz unterschiedliches Wissen und Können. 4. Sie bestehen aus hoch qualifizierten Spezialisten. Auf der anderen Seite sind es genau diese vier Eigenschaften, die es Teams schwer machen, ihren Auftrag zu erfüllen. Mit anderen Worten: Die Merkmale, die es braucht, um Erfolg zu haben, sind dieselben wie jene, die den Erfolg untergraben (siehe Kasten Seite 28).

Bei Mitgliedern komplexer Teams ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie Wissen und Ressourcen teilen, dass sie die Arbeit bei unerwarteten Engpässen flexibel untereinander aufteilen und dass sie sich gegenseitig helfen, Terminvorgaben einzuhalten. In solchen Teams hört man seltener den Ausspruch: "Wir werden zusammen siegen oder untergehen." Auch gönnen die Teammitglieder einander seltener ihren Erfolg oder glauben, dass ihre Ziele miteinander vereinbar sind.

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