RSS Montag, 21. Mai 2012

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Verantwortung ernst genommen

Engagement in sieben Bereichen

1. Emissionsvermeidung

2. Umweltfreundliche Produktionstechnik

3. Umweltbewusste Beschaffung

4. Arbeitssicherheit

5. Förderung der Mitarbeiter

6. Unterstützung für umliegende Gemeinden

7. Lieferantenmanagement

Fazit

Abbildungen + Diagramme
Infografik

Anzahl Seiten: 7
Anzahl Zeichen: 22.180
Anzahl Worte: 2.756
Preis: 4,00 €

Verantwortung

Der Nutzen anständigen Wirtschaftens

Von Lutz Kaufmann, Felix Reimann und Matthias Ehrgott

Westliche Unternehmen, die sich in den boomenden Regionen Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas sozial und ökologisch engagieren, können sich einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten und damit auch ökonomisch profitieren, wie eine Exklusivstudie zeigt.

Für die Modemarke Esprit war es ein schwerer Schlag: Mitte 2007 tauchten Presseberichte auf, die den Textilhändler mit Kinderarbeit in Verbindung brachten. Elfjährige Jungen hatten bei einem Zulieferer in Indien Damentops mit Pailletten und Perlen verzieren müssen, die später in Deutschland bei Esprit verkauft werden sollten. Solche Meldungen können das Image eines Unternehmens schädigen und erhebliche wirtschaftliche Folgen haben, weil die Verbraucher solche Firmen meiden.

Das Beispiel zeigt: Westliche Unternehmen müssen sich heute auch weit entfernt von den Heimatmärkten an soziale und ökologische Mindeststandards halten. Denn den Kunden ist es längst nicht mehr gleichgültig, unter welchen Bedingungen ihre Produkte in Asien, Südamerika oder Osteuropa gefertigt werden. Auch Anleger bevorzugen immer häufiger Fonds, die in verantwortlich handelnde Unternehmen investieren. Und Nichtregierungsorganisationen verstehen es sehr gut, mithilfe der Medien Fehlverhalten der Firmen - sei es durch Umweltverschmutzung oder durch fehlenden Arbeitsschutz für die Mitarbeiter - anzuprangern.

Angesichts der großen Bedeutung, die das Thema Nachhaltigkeit für die verschiedenen Interessengruppen hat, wollten wir herausfinden, ob mitteleuropäische Unternehmen bei ihrer weltweiten Expansion nur auf der Suche nach kostengünstigen Produktionsstandorten und neuen Absatzmärkten sind oder ob sie sich bereits am Konzept einer Triple Bottom Line orientieren (siehe "Was ist ..." auf Seite 12). Dieser Ansatz geht davon aus, dass der langfristige Erfolg eines Unternehmens nicht allein von seinem finanziellen Ergebnis, sondern auch von seinem ökologischen und seinem sozialen Verhalten abhängt. Wir haben daher untersucht, wie sich diese drei Dimensionen der Triple Bottom Line gegenseitig beeinflussen. Schließlich haben wir ermittelt, in welchen Bereichen sich die Unternehmen verantwortlich zeigen und wie einige Vorreiter durch besonderes Engagement ihre Wettbewerbsposition verbessern konnten.

Wir haben dazu Vertreter von 340 Landesgesellschaften und Geschäftsbereichen deutscher, österreichischer und Schweizer Firmen schriftlich befragt, die in China, Indien, Brasilien, Ungarn und Tschechien aktiv sind. Die insgesamt etwas mehr als 200 Unternehmen stammen aus wichtigen produzierenden Branchen, dem Baugewerbe sowie dem Groß- und Einzelhandel. In der Hälfte der Fälle haben wir die Leiter der Tochtergesellschaften darüber hinaus persönlich interviewt.

Verantwortung ernst genommen

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