RSS Donnerstag, 9. Februar 2012

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Der Boom bei MBAs

Die Assessment-Schablone

Normierungsmaschine

Mächtige Seilschaften

oder ihr Partner fügt sich nicht in das Schema.

Isomorphe Strukturen

Fluch Corporate Identity

Es lebe das Individuum

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Leadership

Gesucht: Chefs mit Profil

Von Sandra Siebenhüter

Manager erscheinen zunehmend austauschbar. Schuld sind die immer stärker normierten Ausbildungs- und Karrierewege. Ein Plädoyer für ein Umdenken in der Führungskräfteentwicklung.

Wenn ich durch das Werk gehe und mir unsere Führungskräfte anschaue, dann wird mir angst", so einer der Betriebsräte in einer süddeutschen BMW-Niederlassung, "das sind zwar adrette und smarte Leute, nett und freundlich, aber nur auf Erfolg getrimmt. Ich habe das Gefühl, die meisten von ihnen sind völlig austauschbar, alle irgendwie gleich, ohne Ecken und Kanten."

Die These des Betriebsrats, Manager hätten heute kein Profil mehr, ist starker Tobak. Doch der Trend zum Einheitsmanager nimmt offenbar zu. Zahlreiche Studien und Interviews, die ich im Rahmen meiner Forschungsarbeit über die Beziehung von Führungskräften zu ihren verschiedenen Rollen geführt habe, bestätigen die Entwicklung: In den vergangenen 20 Jahren ist eine stetige Angleichung von Lebensläufen festzustellen.

Für Unternehmen kann das fatale Folgen haben: Sie beschäftigen ausgebrannte Manager, die Angst vor Entscheidungen haben. Sie verlieren ihre Differenzierungsmerkmale im Wettbewerb, weil Entscheidungsprozesse zu uniform und Zieldefinitionen ihrer Führungskräfte zu unflexibel sind.

Die Schablone, in die sich Führungskräfte pressen lassen, wird schon bei der Ausbildung angelegt: Das Topmanagement in großen und in mittelständischen Unternehmen besteht heute fast ausschließlich aus Akademikern. Eine Studie unter 700 Mittelständlern in Deutschland zeigte, dass 80,9 Prozent der westdeutschen Geschäftsführer und 93,7 Prozent ihrer ostdeutschen Kollegen studiert hatten. In der Schweiz haben insgesamt etwa 70 Prozent studiert, in Deutschland etwa 95 Prozent.

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