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Infografik

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Leadership

Wie Jürgen Dormann ABB rettete

Von Felicitas Morhart und Wolfgang Jenewein

Als Jürgen Dormann Chef des Elektrotechnikkonzerns ABB wurde, begrenzte er seine Amtszeit von vornherein auf etwas mehr als zwei Jahre. Trotzdem schaffte er es, den Konzern vor dem Zusammenbruch zu bewahren und den Menschen in der Organisation wieder Selbstvertrauen zu geben. Von seinem Führungsstil und seinen Methoden können andere Manager viel lernen.

Ich schreibe Euch, nachdem ich Chef von ABB geworden bin. Mein Ziel ist es, die Umsetzung der Konzernstrategie zu beschleunigen und mit Eurer Hilfe die operative Performance zu verbessern. Gemeinsam müssen wir aber auch unseren alten ABB-Spirit wiederbeleben. Ich setze auf vollkommene Transparenz. Deshalb verspreche ich Euch, in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig mit Euch zu kommunizieren." Mit diesen Worten begann Jürgen Dormann im September 2002 die Serie der Freitagsbriefe - jener 112 E-Mails, die er während seiner knapp zweieinhalbjährigen Amtszeit als CEO und Turnaround-Manager des Schweizer Technologiekonzerns ABB den mehr als 140 000 Mitarbeitern auf der ganzen Welt schickte.

Der ehemals gefeierte Industrieriese ABB galt Generationen von Managern und Forschern als Vorbild eines gut geführten Großkonzerns; zwei britische Buchautoren bezeichneten ihn sogar als "Tanzenden Riesen" (siehe Servicekasten Seite 62). Doch vor Dormanns Amtsantritt war der Konzern in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Während das Eigenkapital innerhalb von zwei Jahren von über fünf Milliarden auf nur noch eine Milliarde US-Dollar geschrumpft war, waren die Verbindlichkeiten im selben Zeitraum auf stolze 5,2 Milliarden Dollar angewachsen. Erstmals in der Unternehmensgeschichte musste ABB einen Verlust in Höhe von 691 Millionen Dollar ausweisen.

Der damals 61-jährige Jürgen Dormann wollte es noch einmal wissen: Er übernahm zusätzlich zu seiner Aufgabe als Verwaltungsratschef den CEO-Posten und stürzte sich in die Krisenbewältigung. Allerdings unter einer Einschränkung: Er begrenzte seine Amtszeit von Beginn an selbst auf zwei Jahre.

Heute, insgesamt fünf Jahre später, ist das Unternehmen zurück auf der Erfolgsspur. Unter Jürgen Dormanns Führung wurde der Konzern wieder profitabel und senkte die Verschuldung massiv. Die über 100 000 Mitarbeiter blicken mittlerweile wieder voller Zuversicht in die Zukunft und sind stolz, für ABB zu arbeiten, was auch unsere Forschungsergebnisse belegen.

Wie war dieser bemerkenswerte Turnaround möglich? Was waren die Erfolgsfaktoren und Führungsprinzipien, mit denen Jürgen Dormann den Absturz verhinderte? Nach Abschluss unserer Forschungsarbeiten sind wir der Überzeugung: Jürgen Dormanns bemerkenswertes Verständnis von Management auf Zeit war es, das den Erfolg brachte. Viele andere Interimsmanager

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