RSS Mittwoch, 23. Mai 2012

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Woher die Ignoranz kommt

Wie Erfolg entsteht

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Wettbewerb

Verlassen Sie die Komfortzone!

Von Thomas Hutzschenreuter

Viele Manager sind selbstzufrieden und Veränderungen gegenüber ignorant. Das ist gefährlich. Denn so übersehen sie wichtige Signale, die ihnen strategische Vorteile verschaffen könnten.

Jeden Morgen folgt John Chambers einem Ritual. Der CEO des IT-Konzerns Cisco lässt sich die zehn kritischsten Kundenaufträge zeigen und ausführlich erklären. Er kontrolliert die dazugehörigen Projektpläne und Kosten. Vor allem aber liest er, was ihm die Kunden schreiben.

Für Chambers ist das häufig eine sehr unangenehme Aufgabe - denn es hagelt Kritik. So war ein Referenzprojekt bei einem großen Flugzeugbauer wegen nicht zueinander passender Bauteile in ernste Schwierigkeiten geraten. Hätte Chambers nicht den direkten Draht zum Kunden gehabt und hätte er nicht rechtzeitig eingegriffen, wäre das Projekt gescheitert. Aber dieser Zwischenfall hatte etwas Positives: Cisco behielt nicht nur den Kunden, sondern bekam Anregungen für eine neue Technologie. Daraus entstand eine strategische Initiative, die in ein neues, profitables Geschäftsfeld im Bereich Netzwerkrouter mündete.

Jeden Morgen folgt der Chef eines Automobilzulieferers ebenfalls einem strengen Ritus. Er schottet sich ab. Sechs Sekretärinnen halten die meisten Anrufe fern. Die Außenwelt soll draußen bleiben, während er sich vor allem mit internen Abläufen beschäftigt.

Die beiden Beispiele zeigen ein Grunddilemma der Unternehmensführung: Wie sehr soll sich ein Vorstand mit Details auseinandersetzen? Welche Informationen über die Welt da draußen braucht er, um gut entscheiden zu können? Wie viel Distanz zum operativen Geschäft ist notwendig, um erfolgreich zu sein?

In der Zusammenarbeit mit vielen Unternehmen erlebe ich immer wieder, dass Manager für Veränderungen in ihrem Umfeld nicht offen sind. Wir haben im vergangenen Jahr an unserem Lehrstuhl untersucht, wie Unternehmen mit dem Thema Offshoring umgehen. Eine Strategie, die vor 20 Jahren aufkam und vor etwa 10 Jahren zu einer Mode wurde. Die repräsentative Studie brachte zutage, dass sich 42 Prozent der befragten 120 mittelgroßen und großen Unternehmen überhaupt nicht mit dieser Frage auseinandergesetzt haben. Sie haben noch nicht einmal geprüft, ob diese Strategie ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann.

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