Abbildungen + Diagramme
Infografik
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Von Andrew McAfee
Im Informationszeitalter sind die besten Zeiten gleichzeitig die schlimmsten Zeiten. Computerhardware wird immer schneller, kompakter und mobiler. Neue Technologien wie Mash-ups (neue Web-Inhalte entstehen aus der Kombination bereits bestehender Inhalte und Angebote) Blogs (Internettagebücher), Wikis (Internetseiten, deren Inhalt Benutzer nicht nur lesen, sondern auch bearbeiten können) und Systeme zur Geschäftsanalyse sind faszinierende Erfindungen. Die Investitionen der Unternehmen in Informationstechnologie (IT) sind nach der Flaute von 2001 wieder auf einem angemessenen Niveau. Im Jahr 1987 gaben US-Firmen dafür durchschnittlich 1500 Dollar pro Mitarbeiter aus. Im Jahr 2004 - das aktuellste Jahr, für das verlässliche Daten vorliegen - waren es bereits 5100 Dollar pro Mitarbeiter. Genau genommen, investieren amerikanische Unternehmen jährlich so viel in IT wie in Büros, Lager und Produktionsstätten zusammen.
Da das Thema IT jedoch einen immer größeren Stellenwert einnimmt, droht es so manchen Manager, der dafür kein Spezialist ist, zu überfordern. Die Vielfalt der auf dem Markt erhältlichen Angebote ist ein großes Problem. Führungskräften fällt es oft schwer zu verstehen, was all diese Systeme, Anwendungskategorien und Abkürzungen eigentlich bedeuten. Und sie können sich oft nicht entscheiden, in was sie investieren sollen und wie sie die Systeme mit Erfolg in ihrer Firma einführen können. Die meisten Manager sehen sich nicht in der Lage, mit der Technologie, die sich laufend verändert, Schritt zu halten. Folglich befassen sie sich immer weniger mit dem Thema IT.
Die Zurückhaltung der Führungskräfte wird noch dadurch verstärkt, dass IT-Projekte in Unternehmen oftmals nicht gerade überwältigende Resultate erzielt haben - oder sogar auf ganzer Linie fehlgeschlagen sind. Dazu ein Beispiel: Der amerikanische Arzneimittelvertrieb FoxMeyer Drug musste nach dem Misserfolg eines IT-Projekts
im Wert von 100 Millionen Dollar Insolvenz anmelden und wurde 1997 verkauft. Misserfolge wie diese kommen heute wohl seltener vor als früher. Dennoch geben solche Projekte manchmal Anlass zu Frustrationen, oft verzögern sie sich, und am Ende wartet nicht selten eine Enttäuschung.
Als die IT-Beratungsfirma CSC im Jahr 2005 in Zusammenarbeit mit der Financial Executives Research Foundation 782 amerikanische Führungskräfte befragte, die für den Bereich IT zuständig waren, räumten 50 Prozent ein, dass die "Abstimmung zwischen Geschäfts- und IT-Strategie" ein großes Problem darstelle. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei 51 Prozent aller groß angelegten IT-Maßnahmen der Abschlusstermin nicht eingehalten wurde oder die Kosten über dem veranschlagten Budget lagen. Lediglich in 10 Prozent der Unternehmen waren die Manager der Ansicht, mit ihren IT-Investitionen eine hohe Rendite zu erzielen. In 47 Prozent der Firmen wurde die Rendite als niedrig oder negativ eingestuft, in vielen war nicht einmal bekannt, wie hoch sie war.