Ein neues Unternehmertum
Schlüsselfaktor Kerngeschäft
Fazit
Abbildungen + Diagramme
Infografik
Anzahl Seiten: 12
Anzahl Zeichen: 26.967
Anzahl Worte: 3.371
Preis: 4,00 €
Von Mirjam Schöning und Henrik Naujoks
Damit Obdachlose wieder zurück in die Gesellschaft finden, sollen sie Teamgeist erfahren und Selbstvertrauen gewinnen können - das ist die Vision von Mel Young. Um sie umzusetzen, baut der ehemalige Journalist auf die Kraft des Sports und hat das schottische Unternehmen ProPoorSports auf die Beine gestellt. Dieses veranstaltet den "Homeless World Cup", eine jährlich stattfindende Fußballweltmeisterschaft für Obdachlose. Young unterstützen dabei Organisationen wie der europäische Fußballverband Uefa und der Weltverband Fifa, Konzerne wie der Sportbekleidungshersteller Nike sowie Fußballvereine wie Manchester United. Über 10 000 Obdachlose haben sich bereits an Qualifikationsspielen und Turnieren beteiligt, wie beim diesjährigen Homeless World Cup in Südafrika. Aber Mel Young sieht sich erst am Anfang, denn er will seine Idee weltweit verbreiten und so seine sozialen Ziele erreichen.
Nur wenige zweifeln daran, dass ihm das gelingen wird. Schließlich kämpft Young bereits seit 1993 gegen Obdachlosigkeit und Armut. Damals gründete er die Obdachlosenzeitung "Big Issue", über deren Verkauf sich Obdachlose zumindest einen Teil ihres Lebensunterhalts verdienen können. Mit Unternehmergeist unterstützte er weltweit die Gründung und Professionalisierung weiterer Obdachlosenzeitungen. 1994 gründete er dafür das "International Network of Street Papers" (INSP). Heute umfasst die Organisation 80 Zeitungen in 27 Ländern und repräsentiert eine Auflage von 32 Millionen Exemplaren pro Jahr. 2005 gab er die Präsidentschaft bei INSP ab, um sich seinem neuen Projekt, dem Homeless World Cup, zu widmen.
Was unterscheidet einen sozialen Unternehmer wie Mel Young von Unternehmern und Managern in profitorientierten Firmen? Was können beide Gruppen voneinander lernen? Da Social Entrepreneurs, wie sie im Englischen heißen, noch ein relativ junges Phänomen sind, gibt es nur wenige systematische Untersuchungen über Erfolgsfaktoren der von ihnen gegründeten Firmen. Aufbauend auf einer Studie der Schwab Foundation über soziale Entrepreneure und basierend auf den ungleich breiteren Forschungsergebnissen über konventionelle Unternehmen, ist es uns dennoch gelungen, drei Prinzipien herauszuarbeiten, die für den Erfolg sozialer Unternehmen ausschlaggebend sind. Überraschenderweise sind es dieselben Prinzipien, deren Anwendung sich auch bei profitorientierten Organisationen auszahlt:
n Es kommt auf eine klar definierte Kernidee an; n die Verantwortlichen müssen das Potenzial dieser Idee konsequent ausschöpfen;
n eine Expansion darf nur nahe am Kerngeschäft erfolgen und muss dieses stärken.