Erfahrung und Verstand
Das Erbe unserer Ahnen
Die vier Entscheidertypen
Der Ausgeglichene
Der Selbstausbeuter
Der Schnellentscheider
Der Zerrissene
Fazit
Anzahl Seiten: 9
Anzahl Zeichen: 26.954
Anzahl Worte: 3.548
Preis: 4,00 €
Von Maja Storch
Wie können Manager die richtige Entscheidung treffen? Die Antwort lautet: gar nicht. Heutzutage sind viele der Probleme, die eine Führungskraft zu bearbeiten hat, extrem komplex und konsequenzenreich. Durch selbstorganisierende Prozesse in Unternehmen und deren Umwelt können sich Vorgänge gegenseitig in eine Richtung aufschaukeln, die kein Mensch präzise vorhersagen kann. So gehen Finanzexperten davon aus, dass sich die Dynamik der Finanzmärkte nur noch mit Hilfe der Chaostheorie einschätzen lässt. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es unseriös, für komplexe, dynamische Szenarien eine einzige "richtige" Entscheidung zu definieren. Demnach gibt es auch kein Modell, das hilft, aus der Menge der Möglichkeiten eine eindeutig "richtige" herauszusuchen.
Gehen wir einen Schritt zurück. Durchaus sinnvoll ist es, den Prozess des Entscheidens beim Individuum genauer zu beleuchten. Dann können Führungskräfte zumindest alles unternehmen, um Störfaktoren auszublenden. Die Idee von der "richtigen" Entscheidung wird
also durch die Idee von der "klugen" Entscheidung ersetzt. Eine kluge Entscheidung beruht auf einer sorgfältig abgestimmten Koordination von Verstand, Erfahrung und Emotion. Die Kunst ist, zu verstehen, wie ein bestimmter Typ von Entscheidungen funktioniert, und diese Erkenntnis in eigene Entscheidungen einzubeziehen.
Welche Rolle spielt das emotionale Erfahrungsgedächtnis bei Entscheidungen im Unternehmen? An der Universität Zürich haben wir Erkenntnisse aus der Neurobiologie in den Kontext des Manageralltags übertragen. Wir führen dort seit vielen Jahren Trainings durch, die die Funktionsweise des emotionalen Erfahrungsgedächtnisses berücksichtigen. Dabei kristallisierten sich vier verschiedene Typen von Entscheidern heraus. Diese Ausprägungen stehen für idealtypische Extrempunkte und spiegeln nicht alle Facetten menschlichen Verhaltens wider. Aber sie helfen Managern, Defizite zu erkennen und in geeigneter Weise gegenzusteuern.
Erfahrung und Verstand