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Infografik
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Innovationen

Das Timing muss stimmen

Von Fabio Labriola und Michael Nippa

Mit einer neuen Produktidee zu früh auf den Markt zu kommen kann genauso schädlich sein, wie zu spät zu kommen. Die Autoren haben eine Methode entwickelt, die hilft, den richtigen Zeitpunkt zu treffen.

Wenn Unternehmen Innovationen zu spät auf den Markt bringen, hat dies häufig schlimme Konsequenzen. So war etwa Microsoft mit seiner Spielekonsole X-Box später dran als Sony mit seiner Playstation. Mittlerweile gibt es von beiden Produkten zweite und demnächst auch dritte Generationen, aber Microsoft hechelt dem Wettbewerber Sony weiter hinterher. Ergebnis: Sony profitiert als Marktführer von Größenvorteilen, Microsoft hat Mühe, mit seinen Geräten eine schwarze Null zu schreiben.

Weitere Beispiele: Schering und Novartis enttäuschten Investoren mit der Nachricht, dass sich die Zulassung des gemeinsamen Krebsmittels mit dem Projektnamen PTK/Z erheblich verzögert, deutliche Kursverluste waren die Folge. Probleme wegen zu späten Markteintritts bekamen auch Nokia (9210i) und Volkswagen (Golf Plus).

Große Unternehmen können eine solche Verspätung mitunter noch wegstecken. Für kleine und mittlere Firmen aber kann bereits ein Flop existenzbedrohend sein. Wer zu spät auf den Markt kommt, dessen Konkurrenten haben ihre Marken und Standards oft schon etabliert - die Märkte sind fest verteilt, die Preise erodieren. Bei sehr kurzen Innovationszyklen führt häufig schon eine Verspätung von wenigen Monaten dazu, dass keinerlei Investitionsrückflüsse generiert werden können.

Verzögerungen sind oft die Folge, wenn die Aufmerksamkeit des Managements anderen Dingen gilt. So setzte die deutsche Traditionsfirma Loewe AG - die hochwertige Unterhaltungselektronik herstellt - ihre Ressourcen im Marketing und F&E-Bereich lange Zeit vor allem dazu ein, den dänischen Konkurrenten Bang & Olufsen zu bekämpfen. Zu spät wurde erkannt, dass die herkömmliche Bildröhre durch die aufkommenden LCD- und Plasmatechnologien ersetzt werden würde. Der Flachbildschirmfernseher von Loewe kam nicht mehr rechtzeitig auf den Markt. Drastische Umsatz- und Gewinneinbrüche waren die Folge, verbunden mit einer Existenzkrise.

Zu spät kommen ist schlecht. Vielen Managern ist allerdings nicht bewusst, dass es ebenso schädlich sein kann, zu früh mit einer Innovation auf den Markt zu gehen. So brachte die Flugzeugfirma De Havilland im Jahr 1952 mit der 106 Comet als erstes Unternehmen ein gewerbliches Düsenverkehrsflugzeug auf den Markt. Tragischerweise stürzten zwei Flugzeuge ab. Die Comet wurde nach umständlichen Rekonstruktionen zwar wieder in den Liniendienst genommen. Doch die Pionierfirma erholte sich nie wieder von diesem Rückschlag. Boeing führte Jahre später mit der 707 ein ausgereifteres Produkt ein und drängte De Havilland aus dem Markt.

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