RSS Donnerstag, 17. Mai 2012

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Infografik

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Strategie

Wachstum ist kein Allheilmittel

Von Thomas Hutzschenreuter

Eine Studie belegt, dass die meisten Unternehmen langfristig Wert vernichten - häufig, weil sie sich einseitig auf Umsatzsteigerungen konzentrieren. Acht Empfehlungen sollen Managern helfen, profitabel zu wirtschaften.

Zwischen 1990 und 2003 mehrte nur jedes fünfte Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe den Wert des eingesetzten Kapitals. Der Rest vernichtete Wert. Langfristig erfolgreiche Firmen wie etwa die Eckes AG, die in diesem Zeitraum eine durchschnittliche jährliche Rendite nach Kapitalkosten von 25 Prozent erwirtschaftete, oder Hugo Boss mit 23 Prozent, sind Ausnahmen.

Um herauszufinden, woran sich Erfolg oder Misserfolg erkennen lassen, initiierte der Lehrstuhl für Unternehmensentwicklung an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar mehrere langfristige Forschungsprojekte. Sie umfassen die Untersuchung von 637 Unternehmen unterschiedlicher Größe vorwiegend aus dem verarbeitenden Gewerbe über einen Zeitraum von mindestens 13 Jahren. Wir werteten veröffentlichte Informationen wie zum Beispiel Geschäftsberichte aus und befragten Manager aus diesen Firmen nach ihren strategischen Entscheidungen. Dabei wollten wir zum einen generell etwas über das Unternehmen erfahren, aber auch über die Firmenstrategie in Bezug auf den Umgang mit Wettbewerb und Wertschöpfung.

Die Ergebnisse sind ernüchternd und zeigen ein strukturelles Problem: Offensichtlich ist die Entwicklung deutscher Unternehmen tendenziell mit Wertvernichtung verbunden. Und es gibt einen enormen Qualifizierungsbedarf im Management. Das haben auch die Private-Equity-Gesellschaften erkannt, die vor allem im deutschen Mittelstand, zunehmend aber auch bei Dax-Unternehmen wie Tui oder der Deutschen Börse aktiv werden.

Kernproblem vieler Manager ist die Art, wie sie die Entwicklung ihres Unternehmens betrachten. In der Regel sind die in den Unternehmen verwendeten Betriebskennzahlen wie Return on Investment (ROI) oder Ebit Momentaufnahmen: Sie sind statisch und beziehen sich auf einen Zeitpunkt - und können sehr leicht falsch ausgelegt

werden. So wie ein Standbild aus einem Film einen völlig anderen Eindruck des Gesamtwerks vermitteln kann, können Manager beim Interpretieren ihrer Kennzahlen einen falschen Eindruck vom Erfolg bekommen. Wer zum Beispiel das Unternehmen Porsche Anfang der 90er betrachtet, wird sich erschrocken abwenden. Beim Blick auf nur eines dieser Jahre fallen die Potenziale des Unternehmens nicht auf. Heute ist Porsche zwar erfolgreich. Dass dieser Erfolg stabil ist, zeigt jedoch nur die Betrachtung über mehrere Jahre.

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