Den Blickwinkel erweitern
Sieben Risiken und wie Sie ihnen begegnen
Risiko 1: Sinkende Branchenmargen
Risiko 2: Technologische Veränderungen
Risiko 3: Markenerosion
Risiko 4: Konkurrent mit bahnbrechendem Konzept
Risiko 5: Veränderung der Kundenprioritäten
Risiko 6: Scheitern neuer Projekte
Risiko 7: Marktstagnation
Fazit
Abbildungen + Diagramme
Infografik
Infografik
Anzahl Seiten: 18
Anzahl Zeichen: 45.305
Anzahl Worte: 5.824
Preis: 4,00 €
Von John Drzik und Adrian J. Slywotzky
Auch wenn Sie in einer anderen Branche arbeiten, denken Sie einmal kurz an den tief greifenden Wandel bei den Banken Anfang der 90er Jahre. Damals litten die Finanzinstitute - gebeutelt von der lateinamerikanischen Schuldenkrise, dem Verfall der Immobilienpreise und der wirtschaftlichen Rezession - unter massiven Kreditverlusten, stark schwankenden Gewinnen und der höchsten Zahl an Bankenpleiten seit der Weltwirtschaftskrise. Ein Jahrzehnt später, während große Teile der Wirtschaft noch mit den Nachwirkungen der geplatzten Dotcom-Blase zu kämpfen hatten, ging es den Banken wieder besser. Die Zahl der Forderungsverluste
war zurückgegangen, die Gewinne waren relativ stabil, und das Bankengewerbe stand überdurchschnittlich gut da.
Der Wandel gelang deshalb, weil die Banken neue Mittel und Techniken entwickelten, um Risiken abzuwehren. Gleichzeitig gründeten sie eine vollkommen neue Disziplin des finanziellen Risikomanagements. Ausgefeilte Darlehensprüfungen reduzierten die Verluste aus dem Kreditgeschäft. Neue Formen von Optionen, Futures und wechselseitigen Vereinbarungen erlaubten es den Banken, ihre finanziellen Risiken neu zu verteilen. Durch neue Vorschriften der Banken müssen Unternehmen Finanzmodelle anwenden, die ihre Marktrisiken in exakten Zahlen widerspiegeln.
Wir verwenden dieses Beispiel, weil die Risiken, die die Banken Anfang der 90er Jahre plagten, jenen ähneln, von denen dieser Tage Unternehmen aller Branchen gebeutelt werden. Was würde passieren, wenn diese Unternehmen ebenfalls Mittel und Techniken anwenden könnten, die ihnen denselben Schutz gegen Risiken böten?
Solche Gefahren fallen in die Kategorie strategische Risiken: Sie gehören in den Bereich externer Ereignisse und Trends, die sowohl das Wachstum als auch den Shareholder-Value von Unternehmen beeinträchtigen. Die Existenz dieser strategischen Risiken wird zusehends offensichtlicher. Seit 1985 ist die Zahl der Aktien, die von der Ratingagentur Standard & Poor's als qualitativ hochwertig eingestuft wurden, dramatisch zurückgegangen, während die Zahl derjenigen mit einer schlechteren Bewertung erheblich zugenommen hat (siehe Grafik Seite 39). Unsere eigene Analyse zeigt, dass über ein Drittel der "Fortune"-1000-Unternehmen zwischen 1993 und 2003 innerhalb nur eines Jahres mindestens 60 Prozent ihres Werts verloren - und von diesen Firmen war nur ein Bruchteil in der unruhigen Hightech-Branche tätig.