RSS Donnerstag, 17. Mai 2012

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Erste Vorbereitungen

Einen Rahmen vorgeben

Auf Stimmungen eingehen

Regelverletzungen ahnden

Den Boden bereiten

Anzahl Seiten: 13
Anzahl Zeichen: 39.534
Anzahl Worte: 5.282
Preis: 4,00 €

Change-Management

Wandel durch Uberzeugen

Von Michael A. Roberto und David A. Garvin

Der beste Sanierungsplan nützt nichts, wenn die Mitarbeiter nicht dahinterstehen. Wer ein Unternehmen auf Kurs bringen will, muss zunächst ein fruchtbares Klima für Veränderungen schaffen. Wie das geht, zeigt das Beispiel des Beth Israel Deaconess Medical Centers in Boston.

Die meisten Manager reagieren vorhersehbar, wenn tief greifende Veränderungen im Unternehmen unausweichlich sind. Sie stellen die Unternehmensstrategie um und nehmen sich die üblichen Faktoren vor - die Mitarbeiter, die Löhne und die Arbeitsabläufe. Sie schieben Personal hin und her, überarbeiten die Anreizstruktur und suchen nach Ursachen mangelnder Effizienz. Dann warten sie geduldig darauf, dass alles besser wird.

Meistens werden sie bitter enttäuscht. Irgendwie laufen die Dinge einfach nicht so, wie sie eigentlich sollten. Warum nur sind Veränderungen so schwer durchzusetzen?

Zunächst einmal haben die meisten Menschen grundsätzlich etwas dagegen, ihre Gewohnheiten zu ändern. Sie handeln nach dem Motto: "Das haben wir schon immer so gemacht." Sofern keine massive Bedrohung in Sicht ist, ändern sie ihr Verhalten nicht. In Unternehmen, die viele Führungskräfte in kurzer Zeit verschlissen haben, ist der Widerstand gegen Veränderungen besonders groß. Die Mitarbeiter haben zahlreiche Enttäuschungen erlebt und sind misstrauisch. Der nächste, der kommt, um das Steuer herumzureißen, findet ein extrem ungünstiges Klima vor. Die Belegschaft unterstellt ihm, er sei "auch nicht anders als die anderen", und verurteilt ihn damit von vornherein zum Scheitern. Auf die Appelle an Opferbereitschaft und Selbstdisziplin reagieren die Mitarbeiter in solchen Unternehmen skeptisch, zynisch und mit reflexartiger Ablehnung.

Wir haben Veränderungsprozesse in Unternehmen wissenschaftlich erforscht und uns dabei mit ganz verschiedenen Organisationen befasst: zum Beispiel mit multinationalen Konzernen, mit Behörden und gemeinnützigen Organisationen,

aber auch mit Hochleistungsteams wie Bergsteigern und Feuerwehrtrupps. Nachhaltige Veränderungen, so stellten wir fest, lassen sich nur erreichen, wenn die Führungsmannschaft gezielt strategische Überzeugungsarbeit leistet - und zwar Wochen, wenn nicht gar Monate, bevor die eigentlichen Maßnahmen einsetzen.

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