RSS Donnerstag, 17. Mai 2012

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Infografik

Anzahl Seiten: 14
Anzahl Zeichen: 40.914
Anzahl Worte: 5.370
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Immaterielles Kapital

Das Unsichtbare managen

Von Baruch Lev

Gibt ein Unternehmen genug für Forschung und Entwicklung aus? Reichen die Mittel für Mitarbeiterschulungen? Auf diese Fragen haben Manager und Anleger selten eine schlüssige Antwort. Dabei verfügen die Firmen durchaus über die Informationen, um Investitionen in unsichtbare Werte zu beurteilen.

Qualifizierte Mitarbeiter, Patente und Know-how, Software, enge Kundenbeziehungen, eine besondere Unternehmensform, hervorragende Prozesse - all diese immateriellen Werte sorgen in den Firmen für das meiste Wachstum und den größten Shareholder-Value. Und sie bestimmen über mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung börsennotierter Unternehmen. Jedes Jahr verschlingen sie Billionen von Dollar an Investitionsmitteln. Diese weichen Werte verschaffen heute unzweifelhaft einen ganz harten Wettbewerbsvorteil.

Gleichwohl zeigen umfangreiche Untersuchungen: Investoren bewerten Unternehmen, die in großem Umfang mit immateriellen Werten wirtschaften, regelmäßig falsch. Manchmal gibt der Markt ihnen ein zu großes Gewicht - wie es ganz besonders bei einigen Dotcom-Firmen der Fall war - und vergeudet Kapital. Bei Unternehmen in etablierteren Branchen gilt jedoch öfter das Gegenteil. Investoren schätzen deren immaterielle Werte zu niedrig ein. Das belastet die Unternehmen mit extrem hohen Kapitalkosten. In der Folge investieren sie zu wenig in diese Werte und versäumen so, jene Chancen auf Gewinne und Wachstum zu nutzen, nach denen die Investoren eigentlich suchen.

Manager wiederum entscheiden oft im Blindflug, wie viel sie in immaterielle Werte investieren und welche Investition sich am meisten auszahlt. So geben Unternehmen etwa für Forschung und Entwicklung (F&E) nicht nur zu wenig aus, sondern verlagern die Ressourcen auch von riskanten Innovationen für die übernächste Produktgeneration auf kleinschrittige Veränderungen vorhandener Produkte und Technik, weil ihnen das sicherer erscheint. Was die Speerspitze des unternehmerischen Fortschritts sein sollte, wird auf diese Weise stumpf - zum Schaden der Firma ebenso wie der Wirtschaft insgesamt.

Wie können Sie diesen Teufelskreis durchbrechen? Wie können Sie den entscheidenden immateriellen Wettbewerbsvorteil ausbauen, statt ihn zu unterhöhlen? Meine Forschungen und die von Kollegen besonders im F&E-Bereich zeigen, dass Unternehmen sich bessere Informationen über ihre Investitionen in immaterielle Werte und deren Wirkungen verschaffen müssen - und diese Information sollten sie dann zumindest teilweise an die Kapitalmärkte weitergeben. Das würde sowohl die Entscheidungen des Managements verbessern als auch Investoren ein genaueres Bild vom Unternehmen und dessen Leistung vermitteln. Die Folge wären zutreffendere Bewertungen und niedrigere Kapitalkosten.

Unterschätzte Werte

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