RSS Donnerstag, 17. Mai 2012

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Wissenschaft

Auf die Prozesse kommt es an

Von Günter Müller-Stewens

Managementmethoden gibt es genug. Es mangelt nur an der Kompetenz und der Geduld, sie in den Unternehmen richtig umzusetzen.

Warum sind manche Unternehmen rentabler als andere in der gleichen Branche? Und warum überleben die einen 80 Jahre und länger, während die anderen schon kurz nach der Gründung wieder vor der Pleite stehen? Die Antwort auf diese Fragen versuchte vor 25 Jahren der Ingenieur und Mathematiker Igor Ansoff in seinem Buch "Strategic Management" zu geben. Der ehemalige Lockheed-Manager und Professor gilt darum als Vater des Strategischen Managements.

Bereits Ende der 50er Jahre entwickelte er ein Modell, das die Prozesse und Bedingungen strategischer und planerischer Entscheidungen im Unternehmen sichtbar machte. Bis dahin hatten die Manager ihre Strategiearbeit weitgehend unsystematisch und implizit betrieben. Im Zentrum stand ein detaillierter, mehrstufiger strategischer Planungsprozess, der in die Phasen "Formulierung" und "Implementierung" unterteilt war. Dieser wiederum wurde in den einzelnen Stufen durch verschiedenste Methoden unterstützt.

Bis in die 70er Jahre nahm Ansoff an seinem Modell noch Ergänzungen vor. So bezog er die Fähigkeiten der Beteiligten mit ein ("capability planning"). Unternehmen sollten außerdem durch geeignete Methoden in die Lage versetzt werden, frühzeitig überraschende Ereignisse zu erkennen und darauf zu reagieren ("issue management").

Seit Ansoffs Ära hat sich in den Firmen viel verändert. Eine Menge neuer Managementmethoden wurde entwickelt und clever vermarktet. Das Tempo des Wandels hat sich erhöht. Was gestern noch unternehmerisches Credo war, kann heute schon überholt sein. Nur wenige Instrumente haben sich mehr als 25 Jahre gehalten.

Über den Zusammenhang zwischen Methodeneinsatz und Erfolg der Unternehmen gibt es wenige empirische Daten. Er ist meines Erachtens auch schwierig zu messen. Denn der Erfolg einer Methode hängt nicht nur davon ab, ob das Instrument per se wirksam ist oder nicht. Sondern insbesondere auch davon, ob das Unternehmen kompetent genug ist, die Prozesse, in denen Methoden zum Einsatz kommen, entsprechend zu gestalten.

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