RSS Donnerstag, 17. Mai 2012

Inhalt Inhalt

Anzahl Seiten: 8
Anzahl Zeichen: 31.345
Preis: 4,00 €

Unternehmenskultur

Führung braucht Rituale

Von Dorothee Echter

UNTERNEHMENSKULTUR : Rituale sind im Manageralltag ein wichtiges Mittel, das Unternehmen zusammenzuhalten und Veränderungen durchzusetzen. Sie schlagen die Brücke zwischen exzellenter Theorie und unternehmerischer Praxis.

Jubiläen und Geburtstagsfeiern - zu teuer! Besprechungen - nur noch im Vorübergehen! Feierlicher Abschied bei der Trennung von Mitarbeitern - zu unangenehm! In vielen Unternehmen sind traditionelle Rituale verschwunden. Sie scheinen den Verantwortlichen nicht mehr in die Zeit schneller Veränderungen zu passen, sei es aus Geld- oder Zeitmangel, aufgrund der vermeintlichen Überlegenheit technischer Kommunikation oder wegen falsch verstandener politischer Korrektheit.

Sicher haben Manager zu Recht manche Rituale wie zeitraubende, immer gleich ablaufende Besprechungen oder Präsentationen, teure Seminare, Veranstaltungen oder Ehrungen als Bremse für das schnelle Umsetzen von Projekten und Veränderungen identifiziert und diese deshalb folgerichtig eliminiert. Viele haben dabei aber die durchaus wichtige ausgleichende und regulierende soziale Funktion dieser Rituale unterschätzt.

Erfolgreichen Führungskräften scheint diese positive Wirkung von Ritualen nicht zu entgehen. Ich habe hunderte unserer Beratungsprozesse aus den vergangenen sechs Jahren ausgewertet, um herauszufinden, nach welchen Prinzipien Spitzenkräfte führen. Das Ergebnis: Nur wenn Manager ihr Verhalten mit Ritualen einrahmen, können sie tatsächlich Wachstum, Profitabilität und Zusammenhalt eines Unternehmens beeinflussen. Sie nutzen Rituale, um die Mitarbeiter zu inspirieren und die Stimmung in der Organisation positiv zu beeinflussen. Rituale sind nicht nur allgegenwärtig, richtig eingesetzt sind sie der Schlüssel für erfolgreiche Führung.

Das gilt auch für das Selbstmanagement. Manager sollten zuerst für sich selbst nach Ritualen suchen, die ihnen helfen, im Alltag eine positive Grundstimmung zu bewahren. Von der Spitze überträgt und verstärkt sich diese Stimmung dann nach unten. Diese Erkenntnis löst bei Managern im Verlauf von Coachinggesprächen regelmäßig einen Schock aus: Denn erst einmal geht es um die eigenen Gefühle.

Erwiesen ist, dass Menschen ohne Rituale nicht kommunizieren, vielleicht nicht gemeinsam überleben können. Als "instinktarme Wesen", so der Soziologe und Philosoph Arnold Gehlen, brauchen wir verhaltenssteuernde Rituale, in allen Kulturen, zu allen Zeiten. Sie vermögen die Welt einfacher und handhabbarer zu machen und erleichtern Entscheidungen. Es sind Übereinkünfte, die uns von Komplexität, Konfliktrisiken, schmerzlichen Erfahrungen und Entscheidungsdruck entlasten - auch im Geschäftsleben: Arbeitszeitregeln ebenso wie Sitzungstermine strukturieren unseren Tag und kanalisieren die Informationsflut; die persönliche Begrüßung durch den Chef stärkt unser Zugehörigkeitsgefühl; Abschiedsfeiern erleichtern das Loslassen von alten Strukturen und das Akzeptieren neuer.

Zum Weiterlesen können Sie das vollständige PDF-Dokument erwerben.




Nach oben