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Anzahl Seiten: 11
Anzahl Zeichen: 36.092
Anzahl Worte: 4.392
Preis: 6,00 €
Gefährliche Trugschlüsse
und notwendige Konsequenzen
Management
der Unternehmenskultur
Von Christian Scholz
In den Buchhandlungen
stapeln sich dickleibige
Wälzer mit Titeln wie
"Vom Geist und Stil des
Hauses". Auch Berater machen
in Sachen Unternehmenskultur
glänzende Geschäfte.
Doch nur wenigen
Firmen gelingt es, im Betrieb
Werte und Normen zu
schaffen, die das Umsetzen
der angestrebten Ziele und
den Erfolg auf dem Markt
fördern. Zu zahlreich sind
die Mißverständnisse, denen
das Management dabei
unterliegt: "Kultur" läßt
sich nicht an der glanzvollen
Erscheinung, an Bürooder
Fabrikpalästen ablesen.
Auch knorrige Gründerpatriarchen,
markige
Werbeslogans oder Regeln
für "kultiviertes" Verhalten
sind keine Garantien für
gute Unternehmenskultur.
Solche Äußerlichkeiten haben
wenig Einfluß auf die
Denk- und Arbeitsweise
der Mitarbeiter. Ihr Verhalten
wird von größtenteils
unbewußten Grundannahmen
über ihr Unternehmen,
dessen Umfeld und das
Wesen des Menschen, seiner Handlungen und seiner
Beziehungen zu anderen
Personen gesteuert. Diese
verborgenen Ansichten
werden jedoch selten zum
Ausdruck gebracht oder
diskutiert. Das Management
braucht daher zur
Analyse der vorhandenen
Stärken und Schwächen
und zur Definition der gewünschten
Unternehmenskultur
den Rat externer Experten.
Doch auf dem Beratermarkt
wimmelt es von
dubiosen Gurus, die alles
zu wissen vorgeben und
wenig zu sagen haben, von
Fragebogenfetischisten, die
nur die sichtbaren Phänomene
streifen, jedoch nicht
zu den tieferen Einflußfaktoren
vorstoßen, von "Firmenpsychiatern", die bloß
an spektakulären Fallstudien
interessiert sind, aber
kaum etwas zum wirksamen
Verknüpfen der Strategie,
Identität und Kultur
eines Unternehmens beitragen
können. Der Verfasser gibt
Tips für ein erfolgversprechendes
"Kulturmanagement".
PROF. DR. CHRISTIAN SCHOLZ ist Inhaber des Lehrstuhls
für Organisation, Personal- und Informationsmanagement
an der Universität des Saarlandes. Sein neuestes
Buch, "Strategisches Management ? Ein integrativer Ansatz",
erschien Mitte 1987 im de Gruyter Verlag (Berlin).
Die Kultur eines Unternehmens drückt die Erfahrungen
von Managern und Mitarbeitern mit historisch
überlieferten Erfolgsmustern oder durch Tradition
entstandenen Normen und Werten aus. Sie beschreibt
also, was die Mitglieder des Unternehmens als
einmalig und markant für ihre Firma ansehen. Die Kultur
ist das implizite Bewußtsein eines Unternehmens,
das sich aus dem Verhalten der Organisationsmitglieder
ergibt und das umgekehrt als kollektive Programmierung
deren Verhalten steuert (siehe Abbildung 1).
Auf der einen Seite ergibt sich die Unternehmenskultur
aus dem Verhalten der Organisationsmitglieder.
Dieser Spiegel erfaßt aber nicht alle Verhaltensweisen,
sondern selektiv nur solche, die von der dominierenden
Mehrheit der Unternehmensmitglieder für charakteristisch
gehalten werden.
Andererseits beeinflußt die Unternehmenskultur
das Verhalten der Organisationsmitglieder: Ist sie stark
ausgeprägt, orientiert sich individuelles Verhalten fast
zwangsläufig an dem, was die Mitarbeiter selbst als
"spezifische Kultur" ihres Unternehmens empfinden.
Leicht erkennbare Kulturträger eines Unternehmens
sind exponierte Personen, die ? sofern sie die
Kultur verkörpern ? zu "Helden" stilisiert werden.
Darüber hinaus wird die Unternehmenskultur durch
viele andere kulturtragende Elemente geprägt. Sie lassen
sich auf drei Ebenen lokalisieren (siehe Schein
1984):
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