RSS Mittwoch, 19. Juni 2013

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Zurechnung der Gemeinkosten

Ein Valet den Standardkosten

Kostenrechnung und Strategie

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Preis: 6,00 €

In Japan sind Kostenrechner Wegbereiter für den Markterfolg

Das Rechnungswesen als Innovationsmotor

Von Toshiro Hiromoto

Zum Verständnis der überlegenen Wettbewerbsleistung japanischer Unternehmen halten Experten viele Erklärungen parat - eine haben sie bislang übersehen: das interne Rechnungswesen. Doch gerade dieses Instrument scheint dem japanischen Management besonders wichtig. Und es macht davon einen ungewöhnlichen Gebrauch: Anders als im Westen, wo Kostenrechnungen - anhand von präzisen Angaben über Kosten, Erlöse und Budgetabweichungen - ein möglichst genaues Bild vom aktuellen Leistungsstand der Organisation liefern sollen, verfolgen die Systeme in Fernost primär den Zweck, die Mitarbeiter zu fortgesetzter Prozeß- und Produktinnovation anzuhalten. Zudem wählen die Japaner die geeigneten Rechnungsmethoden in betonter Abstimmung mit der Strategie ihrer Unternehmen aus. So stellen sie sicher, daß auch diese Methoden die grundlegenden Unternehmensziele direkt unterstützen.

TOSHIRO HIROMOTO ist Professor für Rechnungswesen an der Hitotsubashi Universität, Tokio. Er verbrachte unlängst zwei Jahre als Gastdozent an der Stanford University und der Harvard Business School.

Viel ist über die Gründe geschrieben worden, die japanische Hersteller in die Lage versetzt, ihre westlichen Konkurrenten andauernd bei Kosten, Qualität und Termintreue zu überflügeln. Die meisten Fachleute verweisen dann auf die Just-in-Time-Fertigung, die totale Qualitätskontrolle oder den aggressiven Einsatz flexibler Fertigungstechniken. Ein Faktor, der kaum gesehen wird, jedoch meines Erachtens vielfach ganz erheblich zum Wettbewerbserfolg der Japaner beiträgt, ist die Art und Weise, wie sie das unternehmensinterne Rechnungswesen dazu nutzen, die gesamte Organisation, von der Unternehmensspitze bis nach unten, darauf zu verpflichten, fortgesetzt innovativ zu sein. Ich habe das entscheidungsorientierte Rechnungswesen japanischer Unternehmen in einer Reihe wichtiger Industriebereiche wie Automobilbau, Computer-, Unterhaltungselektronikund Halbleiterherstellung untersucht. Obwohl die vorgefundenen Praktiken variierten, wiesen sie in einigen Punkten doch deutliche Gemeinsamkeiten auf. Und es sind diese Gemeinsamkeiten, die in bestimmten Aspekten das japanische Vorgehen von den vergleichbaren Praktiken besonders in den USA abheben. Japanische Unternehmen sind ebenso wie ihre westlichen Gegenspieler verpflichtet, die Bestände zu steuerlichen und bilanziellen Zwecken zu bewerten. Aber den Japanern kommt nicht in den Sinn, mit diesen Methoden der Rechnungslegung zugleich festzulegen, wie sie ihre Geschäftstätigkeiten bewerten und kontrollieren. Eher neigen sie dazu, ihre Führungskontrollinstrumente auch dafür zu verwenden, um ihre Fertigungsstrategien zu unterstützen und zu stärken. Deshalb besteht ein direkterer Zusammenhang zwischen den Praktiken ihrer Rechnungslegung und den Unternehmenszielen. Allem Anschein nach setzen japanische Unternehmen die Methoden des Rechnungswesens mehr zu dem Zweck ein, ihre Mitarbeiter zu einem Handeln in Übereinstimmung mit den langfristigen Fertigungsstrategien zu motivieren. Weniger Bedeutung hat es, der obersten Managementebene genaue Daten über das betriebliche Leistungsgeschehen an die Hand zu geben. Japanische Manager auf den höheren Führungsebenen interessiert es zum Beispiel weniger, ob ein Verfahren zur Gemeinkostenumlage die Betriebsmittelansprüche jedes einzelnen Produkts getreulich widerspiegelt, als vielmehr, ob es den Vorrang der Kostensenkungsziele im Denken des mittleren Linienmanagements und der Arbeiter am Band lebendig hält. Sie verwenden deshalb sogar gelegentlich Umlagemethoden, die Verantwortliche in nicht-japanischen Unternehmen als zu simpel oder fehl am Platze verwerfen würden. Die Kostenrechnung der Japaner soll außerdem die überragende Verpflichtung auf marktbestimmtes Management reflektieren und verstärken. Viele Unternehmen legen zum Beispiel Wert darauf, sich zur Abschätzung der Kosten neuer Produkte nicht völlig auf die gerade herrschenden Konstruktionsmaßstäbe zu verlassen. Statt dessen werden Zielkosten festgesetzt, die aus der Kalkulation mutmaßlich wettbewerbsfähiger Marktpreise hervorgehen. Gewöhnlich liegen die deutlich unter den gegenwärtig erreichbaren, auf Standardtechnologien und -prozessen basierenden Kosten. Die Manager legen dann aber Orientierungsmarken fest, an denen der stufenweise Fortschritt in Richtung auf die angestrebten Kosten gemessen werden kann. Mehrere der von mir untersuchten internationalen Unternehmen spielen die Bedeutung der Standardkostenrechnungssysteme herunter, wenn es darum geht, die Fertigungsleistung zu kontrollieren. Generell dienen die in Japan gebräuchlichen internen Rechnungssysteme weniger einer Optimierung innerhalb gegebener Beschränkungen als vielmehr dazu, die Beschäftigten ständig zu Verbesserungen anzuregen, die diese Restriktionen vermindern helfen. Die folgenden Beispiele sollen einige der Unterschiede zwischen den in Japan und in den USA verwendeten Systemen verdeutlichen, ein Urteil überlasse ich den Lesern. Zur Klarheit: Nicht alle japanischen Unternehmen verwenden die von mir beschriebenen Methoden, und einige US-Firmen praktizieren Systeme, die den japanischen ähneln.

Zurechnung der Gemeinkosten

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