RSS Donnerstag, 23. Mai 2013

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Drei Fallstudien

Manville Corporation

Continental Illinois Bank

E. F. Hutton

Vier Rationalisierungen

Wie weit ist zu weit?

Was sind die wirklichen Interessen?

Wie sicher ist ein Fehlverhalten?

Wem gilt die Loyalität?

Anzahl Seiten: 6
Anzahl Zeichen: 27.036
Preis: 6,00 €

Die Konsequenzen falsch verstandener Loyalität

Warum gute Manager ethisch fragwürdige Entscheidungen treffen

Von Saul W. Gellerman

Zwei Beispiele belegen, in welchem Maße unmoralisches oder ungesetzliches Fehlverhalten von Unternehmen um sich gegriffen hat: Jahrzehntelang verschwieg die Manville Corporation die gesundheitlichen Gefahren von Asbeststaub. Und das Brokerhaus E. F. Hutton bekannte sich vor kurzem in 2000 Fällen des Kreditbetrugs für schuldig. Was bewegt normalerweise intelligente, ehrliche und gesetzestreue Manager dazu, sich unter Umständen unvernünftig, unredlich oder sogar gesetzwidrig zu verhalten? Die Antwort läßt sich in der menschlichen Natur finden: Unter hohem Erfolgsdruck laufen Ehrgeiz und Pflichtgefühl leicht in die falsche Richtung; bewußt oder unbewußt wird dann die Grenze zwischen Gut und Böse verwischt oder gar ignoriert. Der Autor untersucht anhand von drei Fallstudien die Motive, die zur Rechtfertigung eines unmoralischen Verhaltens angeführt werden. Abschließend liefert er praktische Vorschläge, wie sich ethische Leitlinien im ganzen Unternehmen durchsetzen lassen.

SAUL W. GELLERMAN ist Dekan der Graduate School of Management der University of Da/las.

Wie konnte die Geschäftsleitung der Manville Corporation über Jahrzehnte die Tatsache unterdrücken, daß ihre Mitarbeiter durch hochgiftige Asbeststoffe gesundheitlich geschädigt wurden ? Warum verfolgte das Management der Continental Illinois Bank eine Geschäftspolitik, die das Geldinstitut an den Rand des Bankrotts brachte, seinen Ruf ruinierte und Tausenden von Beschäftigten den Arbeitsplatz und den Anlegern die Ersparnisse kostete? Was führte dazu, daß die Geschäftsleitung des Brokerhauses E. F. Hutton in 2000 Fällen des Kreditbetruges überführt wurde, zwei Millionen Dollar Strafe zahlen mußte und Schadenersatzzahlungen in Höhe von acht Millionen Dollar an die betrogenen Banken zu leisten hatte? Wie läßt sich diese Art von Fehlverhalten erklären, das nicht nur die oben zitierten Fälle betrifft, sondern in unzähligen Bereichen der öffentlichen und privaten Wirtschaft täglich vorkommt? Was bewegt normalerweise intelligente, ehrliche, und gesetzestreue Menschen dazu, sich unvernünftig, unredlich oder sogar gesetzwidrig zu verhalten? Meiner Ansicht nach ist die Erklärung in vier Rationalisierungen zu suchen, die seit allen Zeiten als Begründung für fragwürdiges Verhalten angeführt werden: die Ansicht, daß eine Handlung nicht wirklich unmoralisch oder ungesetzlich sei, daß sie im besten Interesse des Betroffenen oder des Betriebes liege, daß man ja doch nicht erwischt werde und daß die Firma, da sie von der Verfehlung profitiert, den Verantwortlichen auch vor Verfolgung schützen werde. Durch eine Untersuchung dieser vier Rationalisierungen anhand der aufgeführten Fälle sollen einige praktische Regeln entwickelt werden, um problematische Verhaltensweisen im Management besser zu kontrollieren. Leider ist jedoch klar, daß betriebliches Fehlverhalten sich zwar eindämmen, jedoch nie ganz verhindern läßt.

Drei Fallstudien

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