Drei Strategie-Ebenen
Die Geschäftseinheit
Der Konzern
Die Unternehmensidentität
Potentielle Nachteile
Die Schwierigkeiten überwinden
Alle Planungsebenen berücksichtigen
Die organisatorischen Auswirkungen bewältigen
Die Zielvorgaben klären
Planung funktionsfähig gestalten
Anzahl Seiten: 8
Anzahl Zeichen: 30.218
Preis: 6,00 €
Von Richard G. Hamermesh
RICHARD G. HAMERMESH ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Harvard Business School. Sein jüngstes Buch trägt den Titel "Making Strategy Work"(Verlag Wiley, New York 1986).
Die Portfolioplanung hat einen langen Weg zurückgelegt, seit sie vor mehr als einem Jahrzehnt in Mode kam. Drei Zitate beleuchten, welche unterschiedlichen Erfahrungen Führungskräfte mit diesem strategischen Instrument gemacht haben: "Die Portfolioplanung wurde für mich ein wichtiges Hilfsmittel, sobald ich Chef dieses Unternehmens geworden war. Ich fand es sehr schwierig, so viele unterschiedliche Produkte und Märkte zu verstehen und in den Griff zu bekommen. Da habe ich kurzerhand zur Portfoliotechnik gegriffen, weil sie mir einen Denkrahmen für die Analyse unserer Geschäfte und die Aufteilung der Unternehmensressourcen auf die Geschäftseinheiten bot. Ich wurde ? und bin es noch ? sehr enthusiastisch" (Robert Cushman, 1971 bis 1980 Chief Executive Officer der Norton Company). "Nach zwei Jahren Portf olioplanung begann ich zu erkennen, daß uns die Planung zu stark in Beschlag nahm. Wir konzentrierten uns zu sehr auf Analysen und zu wenig auf Entscheidungen und ihre Durchsetzung" (Joseph P. Flannery, Chief Executive Officer, Uniroyal). "Konzepte wie Portfoliomatrix und Produktlebenszyklus sind in der Theorie sehr gut. Doch wir mußten feststellen, daß man eine Menge Schwierigkeiten bekommt, wenn man glaubt, daß das theoretisch Geplante auch tatsächlich eintritt. Ich kam zu dem Schluß, daß es wichtiger war, sicherzustellen, daß die Theorie nicht verwirklicht wird" (James L. Ferguson, Chief Executive Officer, General Foods). Diese Kommentare geben Lob und Tadel wider, wie sie heute über die Portfolioplanung oft geäußert werden. Ungeachtet der fortdauernden Zweifel am Nutzen dieser Methode behauptet indes niemand, Unternehmen könnten ohne kohärente Strategien erfolgreich arbeiten; nur wenige Firmen sind bereit, die strategische Planung ganz aufzugeben. Und in der Tat wenden etwa drei Viertel der 500 größten US-Firmen und viele kleinere Mehrprodukt-Unternehmen irgendeine Form von Portfoliotechnik an. Daher geht es nicht um die Frage, ob Planung überhaupt sein soll, sondern darum, wie erfolgreiche Unternehmen die Portfolioplanung wirklich anwenden (und modifizieren). Aus einer dreijährigen Untersuchung der Planungspraxis von mehr als 20 US-Firmen und aus zahlreichen Gesprächen mit Konzernchefs, Planungsexperten und Linienmanagern bin ich zu dem Schluß gekommen, daß die Unternehmen mit der wirksamsten Planung von den folgenden Einsichten ausgehen: * Eine Strategie erstreckt sich über mehrere Ebenen; keine Planungstechnik allein reicht aus, um alle Ebenen gleichermaßen zu berücksichtigen. * Planung wirkt auf die gesamte Organisation ein, und diese Wirkungen müssen antizipiert und gesteuert werden.* Topmanager müssen ihre Zielvorstellungen klar machen und unrealistische Erwartungen ablegen. Erfolgreiche Unternehmen verlassen sich nicht ausschließlich auf die Portfolio-Analyse.* Ein Planungsansatz sollte häufig variiert werden, um ihn geänderten Situationen und Verhältnissen anzupassen.
Drei Strategie-Ebenen