Mehr ist nicht besser, besser nicht billiger
Die Auswahl der Lieferanten
Zulieferer als Konstrukteure
Qualitätsnormen stehen obenan
Der richtige Preis
Motivieren für eine lange Reise
Literatur
Abbildungen + Diagramme
Infografik
Anzahl Seiten: 8
Anzahl Zeichen: 42.485
Preis: 6,00 €
Von David N. Burt
PROF. DAVID N. BURT lehrt Marketing und Beschaffungswirtschaft an der Universität San Diego; zugleich ist er geschäftsführender Leiter des Competitiveness Research Institute in Cardiff, Kalifornien. Sein Buch "Zero Base Pricing: Achieving Competitiveness Through Reduced Total Cost", verfaßt mit Warren Norquist und Jimmy Anklesaria, kam im Herbst 1989 heraus.
Für Großunternehmen macht es heutzutage keinen Sinn mehr, ihre Fertigung ohne den starken Beistand von Zulieferern modernisieren zu wollen. Bei High-tech-Produkten - und was gehört da inzwischen nicht alles dazu - entfallen heute mehr als die Hälfte der Erlöse auf Bauteile und Materialien, die zugekauft werden. Und dieser Kostenanteil steigt laufend. Gleichzeitig verlangt die Just-in-Time(JIT)-Montage Teile und Materialien nicht nur von erster Güte, sie müssen auch immer billiger werden. Doch wo die Qualität steigt und der Preis fällt, bedarf es fester Bindungen an die Lieferanten. Und diese Bindungen müssen langfristig sein, sonst lohnen sich Kosten und Mühen nicht. Die zunehmende Aufsplitterung der Märkte erfordert immer flexiblere Fertigungsmethoden und das bedeutet: Zulieferer, die Qualität auch unter großem Druck pünktlich liefern wollen, müssen in der Lage sein, schnell auf neue Produktionsprogramme oder neue Technologien umzusteigen. Tatsächlich sind die Entwicklungsabteilungen der Hersteller, bei denen sich die Durchlaufzeiten immer mehr verkürzen, auf Unterstützung angewiesen - vor allem auf gute, sorgsam durchdachte Vorschläge zur Produktverbesserung, die allein von Leuten kommen können, die die einzelnen Baugruppen und -teile dieses Produkts (beziehungsweise mehrere Generationen davon) fertigen. Der Umgang mit den Lieferanten ist also nicht länger die Aufgabe von Einkäufern im herkömmlichen Sinne. Strategische Fertigung wird zur gemeinsamen Sache zweier Partner - von großen Unternehmen, die für Entwicklung, Montage und Vermarktung der Endprodukte verantwortlich sind, und von wenigen, kleineren, leistungsstärkeren Zulieferfirmen, die vielfach die einzige Bezugsquelle für ein bestimmtes Teil darstellen. Eine solche Partnerschaft aufzubauen und wettbewerbsfähig zu halten ist kein Kinderspiel. Möglicherweise ist es für die Führung eines Fertigungsunternehmens die alles überragende Aufgabe. Wie läßt sie sich bewältigen?
Mehr ist nicht besser, besser nicht billiger