RSS Freitag, 24. Mai 2013

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Mehr ist nicht besser, besser nicht billiger

Die Auswahl der Lieferanten

Zulieferer als Konstrukteure

Qualitätsnormen stehen obenan

Der richtige Preis

Motivieren für eine lange Reise

Literatur

Abbildungen + Diagramme
Infografik

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Zur Senkung der Gesamtkosten sind Produzenten bei Just-in-Time auf wenige, aber tüchtige Zulieferer angewiesen

Hersteller helfen ihren Lieferanten auf die Sprünge

Von David N. Burt

Im Schnitt geben amerikanische Produzenten technikintensiver Güter 56 Prozent ihrer Verkaufserlöse für fremdbezogene Teile aus, sie sind also von ihren Zulieferern abhängig. Damit versteht sich von selbst: Diese Teile und das gilt besonders für Just-in-Time-Produktion müssen von einwandfreier Qualität sein. Und die bringen Zulieferbetriebe nur zustande, wenn ihre Abnehmer sie schon an der Produktentwicklung teilhaben lassen. Zum anderen haben auch viele Hersteller längst gemerkt, daß sie ihre Fertigungsverfahren und Produkte lediglich dann verbessern können, wenn ihnen die Zulieferer volle Unterstützung gewähren; ist deren Zahl aber zu hoch und sind ihre Fähigkeiten unbekannt, gewinnt jegliche Kooperation nur mühsam an Schwung. Daher kommen Hersteller nicht umhin, ihre Lieferpartner sorgsam auszusuchen und diesen Auserwählten künftig zu helfen, ihre Fähigkeiten in technischer und qualitativer Hinsicht zu steigern. Wie sich Lieferanten alten Stils in ebenbürtige Partner in der Produktion verwandeln, haben Hewlett-Packard, Xerox, General Motors und Ford beispielhaft vorexerziert. Unterm Strich freilich muß alle Kooperation der Gewinnsicherung dienen - auf beiden Seiten. Denn Zusammenarbeit funktioniert auf Dauer nur, wenn Hersteller und Zulieferer Vorteile daraus ziehen und sich bei aller Abhängigkeit gegenseitig respektieren.

PROF. DAVID N. BURT lehrt Marketing und Beschaffungswirtschaft an der Universität San Diego; zugleich ist er geschäftsführender Leiter des Competitiveness Research Institute in Cardiff, Kalifornien. Sein Buch "Zero Base Pricing: Achieving Competitiveness Through Reduced Total Cost", verfaßt mit Warren Norquist und Jimmy Anklesaria, kam im Herbst 1989 heraus.

Für Großunternehmen macht es heutzutage keinen Sinn mehr, ihre Fertigung ohne den starken Beistand von Zulieferern modernisieren zu wollen. Bei High-tech-Produkten - und was gehört da inzwischen nicht alles dazu - entfallen heute mehr als die Hälfte der Erlöse auf Bauteile und Materialien, die zugekauft werden. Und dieser Kostenanteil steigt laufend. Gleichzeitig verlangt die Just-in-Time(JIT)-Montage Teile und Materialien nicht nur von erster Güte, sie müssen auch immer billiger werden. Doch wo die Qualität steigt und der Preis fällt, bedarf es fester Bindungen an die Lieferanten. Und diese Bindungen müssen langfristig sein, sonst lohnen sich Kosten und Mühen nicht. Die zunehmende Aufsplitterung der Märkte erfordert immer flexiblere Fertigungsmethoden und das bedeutet: Zulieferer, die Qualität auch unter großem Druck pünktlich liefern wollen, müssen in der Lage sein, schnell auf neue Produktionsprogramme oder neue Technologien umzusteigen. Tatsächlich sind die Entwicklungsabteilungen der Hersteller, bei denen sich die Durchlaufzeiten immer mehr verkürzen, auf Unterstützung angewiesen - vor allem auf gute, sorgsam durchdachte Vorschläge zur Produktverbesserung, die allein von Leuten kommen können, die die einzelnen Baugruppen und -teile dieses Produkts (beziehungsweise mehrere Generationen davon) fertigen. Der Umgang mit den Lieferanten ist also nicht länger die Aufgabe von Einkäufern im herkömmlichen Sinne. Strategische Fertigung wird zur gemeinsamen Sache zweier Partner - von großen Unternehmen, die für Entwicklung, Montage und Vermarktung der Endprodukte verantwortlich sind, und von wenigen, kleineren, leistungsstärkeren Zulieferfirmen, die vielfach die einzige Bezugsquelle für ein bestimmtes Teil darstellen. Eine solche Partnerschaft aufzubauen und wettbewerbsfähig zu halten ist kein Kinderspiel. Möglicherweise ist es für die Führung eines Fertigungsunternehmens die alles überragende Aufgabe. Wie läßt sie sich bewältigen?

Mehr ist nicht besser, besser nicht billiger

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