RSS Dienstag, 18. Juni 2013

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Das Geheimnis des Wal-Mart-Erfolgs

Die Zukunft des potentialgestützten Wettbewerbs

Literatur

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Anzahl Seiten: 14
Anzahl Zeichen: 55.273
Preis: 6,00 €

Strategie in den 90er Jahren: Was können wir besser als die Wettbewerber?

Kundenbezogene Leistungspotentiale sichern den Vorsprung

Von George Stalk, Philip Evans und Lawrence E. Shulman

Auf eine Welt der schnellen Veränderungen müssen Unternehmen mit einer dynamischen Vorwärtsstrategie antworten: Nur wer rechtzeitig die Weichen stellt, wird weder von neuen Markttrends noch von veränderten Kundenbedürfnissen überrascht. Mehr noch, er kann den Erfolg von morgen strategisch antizipieren. Das erste Gebot muß daher lauten: Nicht länger auf gewohnte Strukturen, Verfahren und Sortimente vertrauen und von den gerade herrschenden Marktgegebenheiten ausgehen. Das zweite Gebot: Wer seine Schlagkraft in Zukunft kontinuierlich erhöhen will, erreicht das am ehesten durch die Schaffung spezifischer, schwer nachzuahmender Leistungspotentiale, die ihn aus Sicht der Kunden klar von seinen Mitbewerbern unterscheidbar und denen überlegen machen. Eingehend schildern unsere Autoren - vor allem am Beispiel von Wal-Mart, Honda und Banc One - welche Erfolge erzielt werden können, wenn solche Leistungspotentiale konsequent ausgebaut werden.

GEORGE STALK, PHILIP EVANS und LAWRENCE E. SHULMAN sind Vizepräsidenten bei Boston Consulting Group.

In den 80er Jahren stießen die Unternehmen auf die Zeit als wichtige Quelle strategischer Vorteile. Aber bereits jetzt müssen sie lernen, daß der Zeitfaktor nur Teilelement eines weit umfassenderen Wandels ist, der die Spielregeln des Wettbewerbs nachhaltig verändert. Unternehmen, die mit dem Instrument Zeit gekonnt umzugehen wissen - indem sie neue Produkte rasch an den Markt bringen, Just-in-Time produzieren und bei Kundenbeschwerden prompt reagieren -, sind im allgemeinen auch auf anderen Gebieten gut: Sie liefern funktionsgerechte Produkte, erkennen frühzeitig neue Kundenbedürfnisse, besitzen die Fähigkeit, neue Märkte abzuschöpfen, dringen in unbekannte Geschäftsfelder vor, generieren zeitgemäße Ideen und nutzen sie für Innovationen. Doch all diese Tugenden spiegeln nur etwas wider, das weit grundsätzlicheren Charakter hat: ein neues konzeptionelles Verständnis der Geschäftsstrategie, das wir als "auf Leistungspotentialen beruhender Wettbewerb" bezeichnen. Eine erste Ahnung von dieser neuen Welt der potentialgestützten Konkurrenz mag der Blick auf die Handelsriesen Kmart und Wal-Mart vermitteln, deren Schicksal sich auf eine höchst erstaunliche Weise gewendet hat: Noch 1979 war Kmart der König aller Einzelhandelsdiscounter, jener Branche also, die von diesem Unternehmen praktisch erst erschaffen wurde. Mit 1891 Warenhäusern, im Durchschnitt jedes mit einem Umsatz von 7,25 Millionen Dollar, erfreute sich Kmart beachtlicher Größenvorteile. Diese sorgten für günstige Konditionen beim Einkauf, im Vertrieb und im Marketing - nach fast jedem betriebswirtschaftlichen Lehrbuch entscheidend für den Erfolg in einer reifen und nur noch langsam wachsenden Branche. Ganz anders dagegen Wal-Mart, damals nur ein kleiner Nischenhändler im Süden der USA mit lediglich 229 Warenhäusern und gerade halb so hohen Durchschnittsumsätzen wie bei Kmart - also schwerlich ein ernst zu nehmender Mitbewerber. Aber heute, gut zehn Jahre später, hat Wal-Mart nicht nur sich selbst, sondern auch den gesamten Discount-Handel völlig umgekrempelt. Bei jährlichen Wachstumsraten von beinahe 25 Prozent erreicht das Unternehmen den höchsten Umsatz pro Verkaufsfläche, den schnellsten Warenumschlag und den höchsten Betriebsgewinn in der ganzen Branche. Die Umsatzrendite vor Steuern betrug 1989 acht Prozent und war damit fast doppelt so hoch wie die von Kmart (siehe Abbildung 1). Inzwischen ist Wal-Mart das größte und einträglichste Einzelhandelsunternehmen der Welt - eine Leistung, die sich in einer Kapitalrendite von 32 Prozent niederschlägt und in einer Börsenkapitalisierung, die den Buchwert um mehr als das Zehnfache übersteigt. Dabei hat sich das Wal-Mart- Wachstum bislang nur in einer Hälfte der Vereinigten Staaten abgespielt, was einer weiteren Expansion viel Spielraum läßt.

Das Geheimnis des Wal-Mart-Erfolgs

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