RSS Donnerstag, 17. Mai 2012

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Was für Ziele setzen Sie sich denn?

Sind das Ihre Beobachtungen?

Also arbeiten Manager nur mittelmäßig?

Wie sehen diese Ruhephasen aus?

Eine Skepsis gegenüber den eigenen Fähigkeiten?

© 2003 Harvard Businessmanager

Für Nachdrucke siehe Seite 130

Anzahl Seiten: 4
Anzahl Zeichen: 12.430
Preis: 4,00 €

Selbstmanagement

Erfolg als Nebenprodukt

SELBSTMANAGEMENT : Der Extrembergsteiger Thomas Bubendorfer hält Manager für chronisch überfordert. Wer als Führungskraft wie ein Spitzensportler ständig Höchstleistungen bringen muss, sollte einige wichtige Regeln beachten.

Wenn Sie einen Berg allein und ohne technische Hilfsmittel erklettern, kann ein Fehler tödlich sein. Wie bereiten Sie sich auf diese Höchstleistungen vor?

BUBENDORFER Solche Leistungen kann nur vollbringen, wer ein sehr gutes Team hat. Meine Arbeit spielt sich zu 99,9 Prozent im Team ab. In der Gruppe bin ich relativ sicher, kann Fehler machen, mich gezielt überfordern und auch mal etwas ausprobieren, ohne hundertprozentig ausgeruht zu sein. Ich habe volles Vertrauen in mein Team und werde von allen gnadenlos kritisiert. Ich leiste mir bewusst Phasen, in denen ich Fehler machen kann. Liefe alles nur nach Plan, würde ich kaum etwas lernen. Ich variiere auch die Belastungen ständig. Mal gehe ich auf einen kleinen Berg, dann klettere ich bei schlechtem Wetter oder gehe, wenn ich mich für das Eis vorbereite, mit Pickel und Steigeisen statt ins Eis in die Felsen. Dieses Variantenspiel provoziert Fehler, und ich baue dadurch einen unheimlichen Erfahrungsschatz auf.

Im Management ist diese Einstellung kaum vorhanden. Manager, und deshalb halte ich sie für überfordert, sind pausenlos gezwungen, Höchstleistungen zu bringen. Einerseits soll das Unternehmen langfristig gut aufgestellt sein, soll überleben, Resultate bringen - andererseits müssen kontinuierlich kurzfristige Erfolge nachgewiesen werden. Das kann nicht funktionieren.

Mit welcher Methode gehen Sie vor, wenn Sie keine Fehler machen dürfen?

BUBENDORFER Ich habe für unterschiedliche Situationen nicht die jeweils passende Methode. Mir ist eine bestimmte Geisteshaltung zur Gewohnheit geworden, ob ich jetzt ein Interview mache oder ohne Seile senkrechte Wände hochklettere. Ich versuche, jeden Augenblick maximal zu leben. Wenn ich jetzt und hier gut bin und das spüre, freue ich mich über diese Leistung, wie immer sie aussieht. Wichtig ist, sich auf die kleinen, scheinbar unbedeutenden Ziele zu konzentrieren. Großen Zielen große Bedeutung geben, kann jeder. Den unzähligen kleinen Zielen, die mich zu den großen Gipfeln führen, so große Bedeutung wie dem großen Ziel beizumessen, das ist die Kunst.

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