RSS Samstag, 25. Mai 2013

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Wenn Kreativität zu Innovationen führen soll

Gute neue Produkte werden zu Erfolgen. Daher müssen besonders mittelständische Unternehmen alles tun, um die kreativen Potenziale ihrer Mitarbeiter freizusetzen.

Von Dieter Zimmer

PROF. DR. DIETER ZIMMER lehrt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes in Saarbrücken.

Die Beispiele häufen sich. Viele erstaunliche Produkt- und Markt- entwicklungen gelingen nicht etwa den Konzernen mit ihrer gewaltigen Finanzkraft, sondern kleinen und mittleren Unternehmen. Wenn der deutschen Wirtschaft immer wieder Innovationsschwäche nachgesagt wird, so trifft dieser Vorwurf eher die Großen. Bei den Mittelständlern tummeln sich viele kreative Köpfe - geistig flexibel, voller Ehrgeiz und begierig auf Neues. Es sind diese Menschen - und nicht Computer -, von denen augenscheinlich das Innovationsgeschehen vorangetrieben wird. Daher müssen die Chefs der mittelständischen Unternehmen diese Fach- und Führungstalente nachdrücklich fördern und die Rahmenbedingungen für ein strikt auf den Kunden ausgerichtetes Innovationsmanagement schaffen. Der Unternehmer ist als die Leitfigur im Mittel- stand gefordert. Er muss sich als Gärtner verstehen, der das zarte Pflänzchen Kreativität hegt, damit aus ihm Innovationen sprießen. Es gilt, kreatives Denken im Unternehmen voranzutreiben und innovatives Handeln mit Freude zu erleben.

Hinter dem Begriff Innovationsmanagement verbirgt sich die einfache Wahrheit: Kreativität und Neuerungen entspringen ebenso der brennenden Neugier von Menschen wie ihrer Lust, Neues zu ersinnen und zu erproben. In mittelständischen Betrieben ist der Unternehmer die zentrale Figur. Er hat im Besonderen die Aufgabe, den Raum und Rahmen zu schaffen, in dem sich solche kreativen Ideen entwickeln können, die anschließend zu Markterfolgen führen.

Der mittelständische Unternehmer muss sich als Gärtner verstehen. Er muss sein Unternehmen - bildlich gesprochen - in ein Gewächshaus verwandeln, in dem er die Erde aufbereitet, Klima und Helligkeit regelt sowie durch Zuwendung und Anteilnahme die Pflanze der Kreativität zur Blüte und zu Früchten bringt (siehe Abbildung 1) - Früchte, die den Kunden seines Unternehmens gefallen und letztlich den Markterfolg begründen.

Neu ist diese Erkenntnis gewiss nicht. Aber sie ist bedeutsamer denn je in Zeiten, in denen die Komplexität zunimmt und alles dynamischer wird. Um Innovation zu erreichen, genügt es allerdings nicht, Erde und Saatgut vorzuhalten, Gewächshäuser zu bauen und Gartenarbeiter einzustellen. Es kommt darauf an, kreative Individuen zu gewinnen, die persönliche Risiken eingehen und neugierig sind, denn nur sie werden das Ungewöhnliche zu Stande bringen.

Beim Blick auf die bahnbrechenden Neuerungen der jüngsten Jahre - ob in Handwerk, Industrie und Dienstleistungsgewerbe oder im Internet - fällt auf, dass sie meist aus kleinen Betrieben hervorgingen. In Deutschland stammen von den 60 wichtigsten Erfindungen der vergangenen zehn Jahre tatsächlich 49 aus dem Bereich der Familienunternehmen, nur 11 kamen von den Konzernen (siehe Henerkes 1999, Seite 120).

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