RSS Donnerstag, 17. Mai 2012

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Patente steigern die Ertragskraft

Die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen

Wie Sie Ihr Patent-Portfolio überprüfen

Den finanziellen Wert einschätzen

Anzahl Seiten: 13
Anzahl Zeichen: 55.773
Preis: 4,00 €

Wie sich aus Patenten mehr herausholen lässt

Von Kevin G. Rivette und David Kline

Patente gehören zum geistigen Vermögen Ihres Unternehmens. Aber ist Ihnen eigentlich klar, was diese Trumpfkarte wirklich an Geld bringen kann?

Geistiges Vermögen - noch vor fünf Jahren kam dieser Ausdruck in den Äußerungen von Unternehmenschefs nur selten vor. Da war kaum ein Topmanagement zu finden, das Patentstrategie zu seinen zentralen unternehmerischen Aufgaben zählte. Überwiegend wurden Patente und andere immaterielle Vermögenswerte für juristische Angelegenheiten gehalten, und für die gab es schließlich Firmenanwälte. Welch eine Fehleinschätzung, häufig mit fatalen Folgen, wie unsere Autoren an einschlägigen Fällen belegen. In Wahrheit sind Patente geeignet, den finanziellen und geschäftlichen Erfolg von Unternehmen erheblich zu mehren: Sie verschaffen ihrem Besitzer einen gesetzlich geschützten Marktvorteil; sie steigern die Ertragskraft; und sie machen wettbewerbsfähiger. Allerdings sollten Firmen den Wert ihres Patent-Portfolios genau kennen, um es anschließend so professionell managen zu können, dass Umsätze und Gewinne wachsen. Die Autoren zeigen Wege auf, die zu diesem Ziel führen.

Richard Thoman ist nicht gerade ein typischer CEO. Die meisten-CEOs der "Fortune"-500-Liste antworten auf die Frage, wie sie den Shareholder Value zu steigern gedenken, dass sie die Umsätze erhöhen, eine neue erfolgreiche Produktlinie einführen, mit anderen Unternehmen fusionieren oder diese übernehmen wollen. Thoman jedoch, der im vergangenen Jahr an die Spitze der 20 Milliarden Dollar umsatzstarken Xerox Corporation rückte, gibt sich mit derart konventionellen Strategien keineswegs zufrieden. Er sieht den strategischen Schlüssel für Xerox' Zukunft in etwas anderem - das ist freilich so wenig konkret greifbar und liegt so außerhalb der herkömmlichen Fixierung auf kurzfristige Ergebnisse, dass es in der Gewinn- und Verlustrechnung nicht einmal auftaucht.

"Ich setze auf geistiges Vermögen", erklärt Thoman. "Ich bin überzeugt, dass bei Xerox Mehrwert durch das Management von geistigen Vermögenswerten geschaffen wird. Aber das gilt auch für andere. In zunehmendem Maße werden solche Firmen zu den Gewinnern gehören, die ihr geistiges Kapital geschickt managen. Wer das nicht schafft, wird verlieren."

Noch vor wenigen Jahren betrachteten viele Unternehmensführer Patente, Warenzeichen, Copyrights und andere Formen geistigen Vermögens als juristische Angelegenheiten und nicht als betriebswirtschaftliche Erfolgsfaktoren. Nicht so Thoman. Wo andere nur an rechtliche Schutzregelungen denken, sieht er Hebel für das Geschäft. Und wo andere sehr verständliche Dokumente in der Rechtsabteilung ihres Unternehmens verstauben lassen, sieht er "Rembrandts auf dem Dachboden", die nur darauf warten, verwertet zu werden, um Gewinne und Wettbewerbsvorteile einzubringen.

Um zu verstehen, warum Thoman so denkt, sollten wir einen Blick auf seine Zeit als Finanzchef bei IBM werfen. Dort hatte er verfolgen können, wie die energische Verwertung geistigen Vermögens die jährlichen Patent- und Lizenzgebühren um unglaubliche 3300 Prozent steigerte - von 30 Millionen im Jahre 1990 auf fast eine Milliarde Dollar heute. Dabei ist zu bedenken, dass es sich bei dieser Milliarde pro Jahr größtenteils um freien Cash-flow handelt - ein wiederkehrender Strom von Nettoeinnahmen, der für ein Neuntel des IBM-Jahresgewinns vor Steuern sorgt. Um einen vergleichbaren Nettoerlös zu erzielen, müsste IBM jährlich weitere Produkte für rund 20 Milliarden Dollar verkaufen, was einem Viertel seines weltweiten Umsatzes entspräche.

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